Mi., 19.10.2016

Energy Award: Gold mit Sternchen Nur Saerbeck knackt die 90 Prozent

Andreas Fischer (links) und Ludger Greiling haben eine Urkunde, einen gefälschten Goldbarren und schöne Erinnerungen aus Luzern nach Saerbeck mitgebracht.

Andreas Fischer (links) und Ludger Greiling haben eine Urkunde, einen gefälschten Goldbarren und schöne Erinnerungen aus Luzern nach Saerbeck mitgebracht. Foto: Hans Lüttmann

Saerbeck/Luzern - 

Dafür müss­te es eigentlich Platin geben, mindestens: Als einzige und erste Kommune überhaupt in Europa hat Saerbeck beim Internationalen European Energy Award die 90-Prozent-Marke geknackt und ließen damit sogar die ambitionierten Klimastädte wie Villa, Ravensburg und Zürich hinter sich.

Von Hans Lüttmann

Dafür müss­te es eigentlich Platin geben, mindestens: Als einzige und erste Kommune überhaupt in Europa hat Saerbeck beim Internationalen European Energy Award die 90-Prozent-Marke geknackt und ließ damit sogar die ambitionierten Klimastädte wie Villach, Ravensburg und Zürich hinter sich.

Von der Preisverleihung am Montag in Luzern brachten Bürgermeisterstellvertreter Andreas Fischer und Gebäudemanager Ludger Greiling dickes Lob, eine Urkunde – die bis 2020 gültig bleibt – und einen gefälschten Goldbarren mit nach Saerbeck. (Dem Barren sieht man schon von Weitem an, dass er nichts weiter ist als eine goldfarbene Pappschachtel. Drinnen: ein ordentlicher Brocken Schoki. „Den gießen wir in Beton und malen ihn golden an“, sagte Ludger Greiling, der seinen Schokoladenappetit kaum verbergen konnte.)

90,2 Prozent, das sind 225,6 von 361 möglichen Punkten für bereits umgesetzte oder beschlossene Klimaschutz-Maßnahmen. Bei der vorherigen Rezertifizierung erreichte Saerbeck nach dem inzwischen überholten Modus 88,4 Prozent; auch dafür gab es Gold. Nicht nur der Modus wurde überarbeitet, ab jetzt gilt die Zertifizierung für vier statt bisher drei Jahre. 2020 muss Saerbeck sich also wieder testen lassen. „Aber 100 Prozent zu erreichen, das ist völlig utopisch“, sagte Andreas Fischer im Rahmen eines Pressegesprächs im Saerbecker Rathaus, „uns muss es jetzt darum gehen, diesen Standard zu halten.“ Und mit Blick auf die abgeschlagenen NRW-Gold-Kommunen wie Warendorf, Greven und Düsseldorf sagte Fischer: „Wir sind das Aushängeschild für NRW.“

Welche Wertschätzung Saerbeck für seine Klimaprojekt erhält, zeigt dabei nicht nur die neuerliche Auszeichnung, sondern auch die Tatsache, dass Fischer und Greiling in Luzern gefragt wurden, welche Modifizierungen sie denn an den Zertifizierungs-Kriterien anbringen würden. Am häufigsten aber hörten sie die Frage: „Wie habt ihr das bloß hingekriegt, eine ganze Gemeinde für Umwelt- und Klimaschutz zu begeistern?“

Unter den vielen Bewerbern um Gold waren diesmal Kommunen aus Italien und Österreich, Liechtenstein und der Schweiz, aus Frankreich, Deutschland, Rumänien, der Ukraine und Marokko nach Luzern gereist. Und die Saerbecker wären beinahe zu Hause geblieben, weil die Einladung zur Preisverleihung im Spam-Ordner der Gemeinde gelandet war. Als sie schließlich doch noch gefunden wurde, war es für Bürgermeister Wilfried Roos und Projektleiter Guido Wallraven eh zu spät: Sie saßen noch im Flieger aus den USA. Deshalb sprangen Andreas Fischer und Ludger Greiling ein.

Nur noch der Vollständigkeit halber: Wer den Schoki-Barren genießen darf, wurde noch nicht entschieden.



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