Mi., 19.10.2016

Pferdehändler vor Gericht Reitpferd-Erwerb wirft Fragen auf: Teures Turnierpferd oder Totalschaden?

Pferdehändler vor Gericht : Reitpferd-Erwerb wirft Fragen auf: Teures Turnierpferd oder Totalschaden?

(Symbolbild) Foto: dpa

Saerbeck/Emsdetten/Metelen/Rheine - 

Wegen gemeinschaftlichen Betruges standen zwei Pferdehändler - Vater und Sohn - aus Saerbeck und Emsdetten sowie ein 64-jähriger „Pferdewirtschaftsmeister“ aus Metelen in Rheine vor Gericht. Gemeinschaftlich sollen sie sich im Januar 2014 ein wertvolles Reitpferd auf betrügerische Weise zu eigen gemacht, echte Dokumente beim Pferde-Verband in Hannover erschlichen und den 30.000 Euro teuren Wallach als verletzungsbedingten „Totalschaden“ übernommen haben.

Von Monika Koch

Dem 32-jährigen Sohn des Pferdehändlers warf die Staatsanwaltschaft vor, das Pferd für 40 000 Euro nach Südkorea verkauft zu haben. Letzter äußerte sich nicht zu dem Tatvorwurf.

Der 61-jährige Pferdehändler aus Emsdetten sagte aber aus: „Ich habe das Pferd für 500 Euro gekauft, weil sein Besitzer es nicht mehr haben und zum Abdecker bringen wollte. Er hätte nur Ärger mit dem Pferd, hat er gesagt. Der Kauf hat bei uns auf dem Hof unter Zeugen stattgefunden“.

Leider habe er dafür keinen Beleg. Er sei sicher, dass er die Eigentumsurkunde nach dem Kauf gehabt habe, „die liegen dann gestapelt auf dem Schreibtisch, da kann jeder ran“.

Das Pferd hätten er und sein Sohn wieder aufgepäppelt. Fotografien dokumentierten den Zustand des abgemagerten Wallachs. „Ich habe ihn tierärztlich behandeln und kastrieren lassen, um ein bisschen Verstand in das Pferd zu bringen. Ein großer Kracher war es nicht“, sagte der „Kaufmann“ aus Emsdetten, wie er sich selbst bezeichnete. Die Anklage klinge so, als ob man sich ein Glanzpferd zu eigen gemacht habe, wehrte er sich gegen den Vorwurf.

Später soll der 64-jährige Pferdwirtschaftsmeister aus Metelen das Pferd für 2000 Euro inklusive aller Verbindlichkeiten, die der Pferdehändler ihm noch schuldete, übernommen haben. Die angeblichen Außenstände konnte er nicht genau beziffern. „Er wollte das Pferd für sich turnierfertig machen“, sagte der Pferdehändler aus Emsdetten.

Obwohl neun Zeugen geladen waren, wurde keiner vernommen, weil die Verteidigung einen Beweisantrag - so dick wie ein Kompendium – vorlegte, den das Gericht verlesen sollte. Das verweigerte der Richter und vertagte den Prozess auf unbestimmte Zeit mit mehreren Verhandlungstagen.



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