Mi., 30.11.2016

Prozess wegen Überfalls auf Saerbecker Discounter 71-jähriger Angeklagter: „Ich bin es nicht gewesen“

 

  Foto: colourbox.com

Saerbeck - 

Ein 71-jähriger Mann stand jetzt vor dem Landgericht in Münster. Ihm wird ein Überfall auf einen Saerbecker Discounter im Jahr 2015 vorgeworfen. Der Mann bestreitet die Tatbeteiligung und meint, dass ihm die Beweise untergeschoben wurden.

Von Hanno Ewald

Der gerichts- und hafterfahrene Mann auf der Anklagebank redet wie ein Buch - ohne Pause und gestenreich. Dass seine 16 Eintragungen im Bundeszentralregister Straftaten vom fortgesetzten Betrug über schweren Diebstahl und Straßenraub bis hin zu schwerem Raub aufweisen und er jahrelang Haft verbüßt hat, verhehlt der Mann aus Castrop-Rauxel nicht.

Aber mit dem Raubüberfall auf einen Discounter in Saerbeck, damit will er nichts zu tun haben. Aber genau das legt die Staatsanwalt dem Angeklagten zur Last. Seit Mittwoch muss sich der 71-Jährige vor dem Landgericht verantworten.

Angeklagter zeigt sich überrascht

Es war der 5. September 2015 gegen 22.30 Uhr, als die drei Bediensteten den Lebensmittelmarkt durch den Personaleingang verlassen wollen. Plötzlich stehen sie zwei mit Sturmhauben maskierten Männern gegenüber, die sie zurückdrängen. Unter Vorhalt einer Pistole müssen sich die beiden Frauen und ein Mann auf den Boden legen. Zwei werden gefesselt, die Dritte wird in den Raum dirigiert, wo sie den Tresor öffnen muss. Dann wird auch gefesselt. Die Täter fliehen unerkannt mit der Beute von annähernd 9000 Euro.

Nach dem Verlesen der Anklageschrift sagt der in Untersuchungshaft einsitzende Angeklagte äußerlich ziemlich cool: „Ich bin unschuldig. Ich bin es nicht gewesen.“ Er sei mehr oder weniger überrascht gewesen, als er 2016 verhaftet wurde. „Es wird herauskommen, dass ich nicht der Täter bin.“

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Der Prozess wird am 5. Dezember 2016 fortgesetzt.

Am Tatabend des Raubes sei er mit seiner Ehefrau Zuhause gewesen und am nächsten Tag zum Trödel gefahren. Das könne seine Frau bestätigen. Die hatte er als mögliche Entlastungszeugen bisher aber nicht genannt.

„Warum taucht Ihre Freundin nirgendwo als Zeugin auf?“, fragte die Richterin: „Weil ich sie da raushalten wollte“, erwiderte der Angeklagte. Konfrontiert, dass seine DNA an einem Kabelbinder gesichert wurde bleibt er einer Antwort nicht schuldig. „Warum soll es bei der Polizei keinen geben, der einem was unterschieben will? Das geht nicht mit rechten Dingen zu“.

Die drei Bediensteten des Discounters wurden als Zeugen vernommen. Er habe zunächst an einen Scherz geglaubt, sagte einer der drei. Aber die Realität holte ihn schnell ein.



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