Di., 14.03.2017

Saerbeck rechnet mit 3,6 Millionen Euro Zuschuss für den Ausbau des schnellen Internets 199 weiße Flecken werden bunt

Auch in Saerbeck sind die Zeiten des langsamen Internets bald vorbei: Die letzten weißen Flecken, das sind 199 Adressen vorwiegend in den Außenbereichen, haben jetzt die Chance, ans Glasfasernetz angeschlossen zu werden.

Auch in Saerbeck sind die Zeiten des langsamen Internets bald vorbei: Die letzten weißen Flecken, das sind 199 Adressen vorwiegend in den Außenbereichen, haben jetzt die Chance, ans Glasfasernetz angeschlossen zu werden. Foto: dpa / Michael Reichel)

Saerbeck - 

Nur E-Mails abrufen und ein bisschen surfen? Viele Saerbecker kennen das Internet nicht anders. Dabei sind die Zeiten längst vorbei, in denen das Internet nur begrenzte Möglichkeiten bot. Spielen, telefonieren, Videos herunterladen, fernsehen – alles kein Problem, wenn man denn einen schnellen Internetanschluss hat. Für 199 Saerbecker Adressen, vorwiegend in den Bauerschaften, gibt es das aber noch nicht Im Rathaus spricht man von „199 weißen Flecken“, die jetzt die Chance haben, bunt zu werden, sie bekommen, wenn sie wollen, schnelles Glaskabel bis ans Haus verlegt.

Von Hans Lüttmann

Elf Städte und Gemeinden im Kreis Steinfurt, darunter Saerbeck, dürfen aus einem 65 Millionen Euro schweren Fördertopf für den Netzausbau in unterversorgte Regionen schöpfen, von dem das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur jetzt den Deckel abgenommen hat. Die Hälfte des Geldes zahlt der Bund, 40 Prozent das Land, bleiben zehn Prozent für die Kommunen.

„Wir rechnen mit einem Gesamtaufwand von etwa vier Millionen Euro“, sagt Bürgermeister Wilfried Roos, „also bleiben für uns rund 400 000 Euro, die wir selber aufbringen müssen.“ Nächsten Dienstag fährt Bauamtsleiter Andreas Fischer nach Berlin, um den Förderbescheid abzuholen.

Wie es dann weitergeht, erklärt Sachbearbeiter Nico Menebröcker: Zunächst werden die Arbeiten europaweit ausgeschrieben, bis der Bestbietende den Zuschlag bekommt, sollten etwa vier Monate vergehen. Dann wird noch bei den 199 Adressen nachgefragt, ob sie denn auch angeschlossen werden wollen, dann erst werden die Bagger bestellt.

Bleibt noch ein Blick auf die Frage, was „schnell“ denn bedeutet. Schnelligkeit ist relativ. Wer zu Fuß geht, findet Rollerfahren schon als Highspeed. Wer Porsche fährt, wird auf dem Roller wahrscheinlich kaum von schneller Fortbewegung sprechen.

Ähnlich auch in Sachen Internet: Es gab Zeiten, da war ein Zugang via ISDN das Nonplusultra. Heute wird aber kaum noch jemand diese Möglichkeit als schnelles Internet bezeichnen. Anders als bei Kabelanschlüssen, werden Daten über Glasfaserverbindungen nicht mittels Strom übertragen, sondern durch Lichtimpulse. Dies geht nicht nur schneller, sondern ist auch weniger störanfällig. Zudem ist die Bandbreite von Licht - naturgegeben durch das breite Farbspektrum – sehr hoch. Somit ist gebündeltes Licht via Glasfaser das ideale Transportmedium für Daten, auch über weite Strecken.



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