Do., 28.09.2017

Angeklagter bleibt auf freiem Fuß, muss aber 2000 Euro Strafe zahlen Gericht kann Messerangriff nicht beweisen

Münster/Saerbeck - 

Der 47-jährige Mann aus Münster, der sich wegen mehrerer Straftaten vor dem Landgericht verantworten musste, bleibt auf freiem Fuß: Nach zwei Verhandlungstagen sprach das Gericht den Angeklagten vom Vorwurf der schweren räuberischen Erpressung Gründen frei. Wegen der Sachbeschädigung, konnte der an einer schizophrenen Psychose erkrankte Mann nicht zur Rechenschaft gezogen werden.

Von Hans-Erwin Ewald

Der 47-jährige Mann aus Münster, der sich wegen mehrerer Straftaten vor dem Landgericht verantworten musste, bleibt auf freiem Fuß: Nach zwei Verhandlungstagen sprach das Gericht den Angeklagten vom Vorwurf der schweren räuberischen Erpressung frei. Wegen der Sachbeschädigung konnte der an einer schizophrenen Psychose erkrankte Mann nicht zur Rechenschaft gezogen werden.

Im Übrigen verurteilte die Strafkammer den Rentner wegen Hausfriedensbruchs und Beleidigung zu einer Gesamtgeldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 50 Euro.

Die Staatsanwältin hatte eine Gesamtgeldstrafe von 1600 Euro gefordert. Der Verteidiger plädierte auf eine mildere Geldstrafe.

Dem Angeklagten gelang im Dezember 2013 die Flucht aus einer Klinik für Psychiatrie in Lengerich. Ohne den Fahrpreis bezahlen zu können, ließ sich der 47-Jährige am 15. Dezember mit einem Taxi von Osnabrück nach Saerbeck fahren. Als der Mann zahlen sollte, soll er ein Messer in Richtung Bauch des Taxifahrers gestoßen haben, der daraufhin in Panik flüchtete

Im Prozess hatte der Angeklagte neben der Beförderungsfahrt auch die Tatvorwürfe wegen Hausfriedensbruch, Beleidigung und Sachbeschädigung eingeräumt. Den angeblichen Messerangriff hatte er vehement zurückgewiesen. Ob der Angeklagte ein Messer gezogen hat oder nicht, konnte am Ende nicht festgestellt werden.

Im August 2016 verknotete der Angeklagte das vor einer Apotheke in Münster abgestellte Fahrrad mit Bekleidung. Zur Rede gestellt, wurde der Mann wütend und trat auf ein Reklameschild ein. Dabei entstand ein Sachschaden von 200 Euro. Zwei Wochen zuvor betrat der Münsteraner trotz Hausverbots ein Kaufhaus und beleidigte die Kaufhausdetektive aus Übelste. „Ich weiß nicht, was mich da geritten hat“, sagte er in seinem Schlusswort. Unmittelbar vor und nach dem Vorfall war er mehrere Tage in einer Klinik für Psychiatrie.

Nach dem Gutachten eines Arztes für Psychiatrie waren die Voraussetzungen für die Unterbringung in ein Krankenhaus für Psychiatrie oder in eine Entziehungsanstalt nach der positiven Entwicklung des Angeklagten nicht gegeben. Den Einschätzungen schloss sich das Gericht an.



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