Mi., 04.10.2017

Zoff auf dem Adventsmarkt-Parkplatz nimmt ein halbwegs glimpfliches Ende Richter bestraft Schubserei und Spuckattacke

Saerbeck - 

Richter Gnadenlos hätte die beiden vielleicht sogar weggeschlossen, denn beide standen unter laufender Bewährung, als sie auf dem Adventsmarkt-Parkplatz übergriffig wurden.

Vorausgegangen war, wie bereits vom ersten Verhandlungstag berichtet, ein provokantes Überhol- und Bremsmanöver auf der Bundesstraße. Auf dem Parkplatz, wo das Pärchen aus Wattenheim und die beiden angeklagten Kumpel sich, wohl nicht zufällig, wiedertrafen, hagelte es zunächst Beleidigungen auf beiden Seiten. Der Wattenheimer soll die beiden Deutschen mit ausländischen Wurzeln so übel rassistisch und fremdenfeindlich angegangen sein, dass ein Parkplatzordner ihm mit der Polizei drohte.

Einer der derart Beleidigten schien handgreiflich werden zu wollen, schubste die dazwischengehende Lebensgefährtin zur Seite, wobei die sich leicht verletzte, und spuckte dem Wattenheimer einen Klecks aufs Jackett; Handyfotos belegen den unappetitlichen Angriff.

Der Zeuge, der beim ersten Verhandlungstag gefehlt hatte, sollte jetzt eigentlich polizeilich vorgeführt werden, aber die Polizei fand ihn nicht, weil er umgezogen war und angeblich die erste Einladung gar nicht bekommen hatte. Dieser Zeuge brachte auch nicht viel Licht ins Dunkel.

So viel aber konnte das Gericht dennoch feststellen: Es wurde geschrien, geschubst und gespuckt. Was genau vorher auf der Straße passiert war, ließ sich nicht mehr mit letzter Sicherheit rekonstruieren.

Deshalb wurde das Verfahren gegen den Fahrer des Wagens eingestellt, er muss aber 50 Sozialstunden ableisten.

Sein Kumpel, mit für Vorstrafen – darunter Diebstahl, Körperverletzung und Drogendelikte – schon erheblich belastet, kam mit fünf Monaten auf Bewährung und 100 Sozialstunden recht glimpflich davon; außerdem muss er die Verfahrenskosten zahlen. Das Schubsen und die dadurch verursachten leichten Verletzungen an Knie und Oberarm wertete das Gericht als Körperverletzung, das Spucken als tätliche Beleidigung.

Weil der so Verurteilte „in ordentlichen Verhältnissen“ lebt, wie der Richter anmerkte, außerdem auf dringender Arbeitssuche ist, sei es nicht zu rechtfertigen, ihn hinter Gitter zu schicken. „Aber“, gab ihm der Richter mit auf den Weg, „Sie müssen sich zusammenreißen, dieses Bewährung ist Ihre allerletzte Chance.“



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