Sa., 07.10.2017

Banken Warum die Saerbecker Volksbank sich gegen eine Fusion sperrt

Banken: Warum die Saerbecker Volksbank sich gegen eine Fusion sperrt

Bei der großen Fusion der Volksbanken im Münsterland macht Saerbeck nicht mit. Foto: Oliver Werner

Saerbeck - 

Rund herum schließen sich die Volksbanken zusammen, aber ein weißer Fleck bleibt: Saerbeck macht bei der neuen Volksbank Münsterland Nord nicht mit. Dort hält der Vorstand sich an ein anderes Mantra.

Von Hans Lüttmann

Man kann gar nicht anders als an das gallische Asterix-Dorf zu denken, wenn man sich die Karte ansieht. Aber, wie alle Vergleiche, hinkt auch dieser, gewaltig sogar: Es geht hier weder um Belagerung, noch Feindschaft oder sonstwelche Militär-Vokabeln, sondern die schlichte Frage, warum die Saerbecker Volksbank sich gegen das Fusions-Bohei dieser Tage sperrt.

Volksbank-Vorstand Ansgar Heilker stellt erst mal klar: „Die jüngst publik gewordenen Fusionen sind ja zunächst nur Absichtserklärungen; da müssen die Eigentümer noch zustimmen. Außerdem ist rein technisch eine Fusion nicht vor 2020 möglich. Wir könnten uns natürlich auch mit einem der Bankenverbände ringsum zusammenschließen, aber wir sind derzeit noch sehr gut aufgestellt; das Saerbecker Modell funktioniert.“

Aber Fusionen, das weiß Heilker ja auch, sind kein Selbstzweck, sondern darauf ausgerichtet, Kostenvorteile zu erzielen, nicht zuletzt durch Stellenabbau. Aber wer sich den weißen Fleck auf der Karte ansieht, braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, in welcher Lage die Saerbecker sich da befinden.

Saerbecker Mantra: „Klein, fein, mein“ 

„Sicher“, räumt Ansgar Heilker ein, „den Druck von außen spüren wir schon, aber er ist nicht so groß, dass er uns jetzt zum Handeln zwingt. Ich will nicht ausschließen, dass das in zwei, drei Jahren anders ist, Fusion ist auch für uns immer eine Option. Aber“, und da zitiert er wieder sein ganz pragmatisches Volksbank-Mantra: „Klein, fein, mein.“ Würde die Saerbecker Volksbank – mit einem Bilanz-Volumen von 75 Millionen Euro zehnmal kleiner als der Volksbank-Durchschnitt – fusionieren, wären ihre Eigenverantwortung und Entscheidungskompetenz sofort futsch.

Mehr zum Thema

Volksbank-Fusion:  Neuer Banken-Riese entsteht bis zum Jahr 2020

Neue Volksbank Münsterland Nord: Hauptsitz in Münster



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5204147?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686837%2F