Mi., 08.11.2017

Saerbecker Schülerin spielt beim Freien Musical-Ensemble Münster mit Proben für das große Solo

Ekaterina Garina bei der Tanzprobe: Die 16-Jährige tanzt die größte Tanzrolle des Stücks „Parade“.

Ekaterina Garina bei der Tanzprobe: Die 16-Jährige tanzt die größte Tanzrolle des Stücks „Parade“. Foto: Freies Musical Ensemble

Saerbeck/Münster - 

Dienstagabend ins Kino, Mittwoch zum Sport und am Wochenende Freunde treffen – so könnte der ganz gewöhnliche Alltag einer Schülerin aussehen. Nicht so bei der Saerbeckerin Ekaterina Garina. Ab Freitag, 10. November, wird die gebürtige Russin in Münster auf der großen Musical-Bühne zu sehen sein.

Zwölf Mal bringt das Freie Musical-Ensemble Münster (FME) – laut der Zeitschrift „Musical-Kompass“ das beste Laien-Ensemble Deutschlands – den amerikanischen Broadway-Klassiker „Parade“ zum ersten Mal in Deutschland auf die Bühne.

Als jüngstes Mitglied im Ensemble

Fast täglich laufen die Proben. Mehr als 100 Darsteller, Musiker, Bühnenbildner und mehr sind beteiligt. Für Garina birgt „Parade“ eine besondere Herausforderung, heißt es in einer Pressemitteilung des FME. Die Zehntklässlerin der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule ist mit 16 Jahren das jüngste Mitglied des FME und darf bei ihrem Bühnen-Debüt das Fabrikmädchen Monteen spielen, das mit der ermordeten Mary Phagan befreundet war und als Zeugin eine tragende Rolle spielt.

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Es ist ihre erste große Solorolle auf der Bühne. „Dadurch, dass die Fabrikmädchen in einem ähnlichen Alter wie ich sind, kann ich ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen. Deswegen macht mir die Rolle besonders viel Spaß“, betont die junge Darstellerin.

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Gemeinsam fühlt man sich stark.

Ekaterina Garina

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Die nötige Erfahrung für eine Musical-Rolle sammelt Garina schon seit vielen Jahren. Angefangen mit der musikalischen Ausbildung an der staatlichen Musikschule in ihrer Heimatstadt Omsk blickt sie auf drei Jahre Gesangsunterricht und ein kleineres Musical-Projekt in Greven zurück. „Die Arbeit im FME gefällt mir vor allem, weil man als Ganzes, als gemeinsames Ensemble mit Orchester, auf der Bühne steht. Gemeinsam fühlt man sich stark“, sagt sie.

Sensationsgier und Manipulation

Wenn auch historisch orientiert, dreht sich „Parade“ um ein Thema, wie es aktueller kaum sein könnte. Neben Antisemitismus geht es um die Auswirkungen von Sensationsgier und darum, wie sich Menschen unter Druck verändern und manipulieren lassen. Das Stück soll daher eine Brücke zur heutigen Gesellschaft schlagen.

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‚Parade‘ macht nachdenklich und lässt den Zuschauer über eigene Vorurteile nachdenken.

Ekaterina Garina

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Sicherlich bringt es keine schillernd bunte Geschichte mit, wie man es von vielen Musicals gewohnt ist. Musicaltauglich wird das Thema, wenn man Garina glaubt, gerade durch die ernsten Inhalte: „Vorurteile spielen eine zentrale Rolle. Und zwar nicht nur im Stück, sondern auch in unserem Alltag. ‚Parade‘ macht nachdenklich und lässt den Zuschauer über eigene Vorurteile nachdenken.“

Tickets und Infos

Die Premiere von „Parade“ ist am Freitag (10. November) um 19.30 Uhr im Waldorf-Konzertsaal, Rudolf-Steiner-Weg 11. Elf weitere Aufführungen folgen. Karten (28 / 23 Euro) gibt es online.



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