Do., 09.11.2017

Kurzweiliger Krimiabend Mörderhatz in Gehrock und Pariser Hintern

Maria Rhein als Frau Else Winterbach mit „Cul de Paris”: „Der Kommissar ist ein herzensguter Mann, aber das Trinken…“.

Maria Rhein als Frau Else Winterbach mit „Cul de Paris”: „Der Kommissar ist ein herzensguter Mann, aber das Trinken…“. Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Saerbeck - 

„Die Sichel des Todes“ ist nicht etwa der Titel eines Horrorfilms, im Gegenteil.

Von Tünde Kalotaszegi- Linnemann

Dahinter verbirgt sich ein historischer Kriminalroman, der in Münster im Jahre 1877 spielt. Kirchliche und weltliche Gier nach Macht, Kulturkampf im Bismarck’schen Reich und ein paar Morde sind die Zutaten.

Geschrieben hat ihn das Autorenpaar Maria Rhein und Dieter Beckmann, das in der Katholischen Öffentlichen Bücherei daraus gelesen hat.

Mitunter können Lesungen ein wenig ermüdend oder gar langweilig sein. Diese jedoch so gar nicht. Bereits als „interaktiv“ angekündigt, stellte sich schnell heraus, was damit gemeint war: Während Maria Rhein die zahlreich erschienenen Zuhörer freundlich begrüßte und ein paar Takte zum Roman und den verwendeten realen und fiktiven Figuren erzählte, erschien Dieter Beckmann im Gehrock und Zylinder und rief: „Extrablatt! Die Sichel des Todes hat wieder zugeschlagen.“ Als Tierparkbesitzer Professor Hermann Landois schien er Genaueres zu wissen. Da ging es um irgendein ominöses Urevangelium und einen Vincenzo Luga. „Ein treuer Diener der Kirche soll er gewesen sein. Ich will nicht wissen, wie vielen Menschen er den Teufel aus dem Leib getrieben hat“, schüttelte der Professor den Kopf. Im Roman verkörpert Luga den fiesen Antagonisten.

Einige Textauszüge weiter erfuhren die Zuhörer immer mehr über den Romaninhalt: Münster 1877. Kriminalkommissar Heinrich Maler erhält von der preußischen Geheimpolizei den Auftrag, den amerikanischen Millionär John Rodman zu beschützen, der Drohbriefe erhält. Rodman will aber nicht nur Geschäfte machen, sondern sucht das Urevangelium, ein brisantes Dokument, das verschollen scheint. Gemeinsam mit seinem ehemaligen Kutscher und Assistenten Jolmes macht er seine Arbeit, kann aber nicht verhindern, dass der Millionär erhängt aufgefunden wird. War es Mord oder Selbstmord?

Nach der Pause schlüpfte Maria Rhein in die Rolle der Haushälterin Else Winterbach mit Häubchen und modernem „Cul de Paris“ ( Polster am Popo) im Rock. Mit dem Staubwedel bewaffnet plauderte sie über ihren Sohn Jolmes und den Kommissar aus dem Nähkästchen. „Der Kommissar ist ein herzensguter Mann, aber das Trinken…“, dabei verdrehte sie süffisant die Augen.

Am Ende waren insgesamt drei Tote zu beklagen. Wer oder was sich aber hinter der „Sichel“ verbirgt, wurde bis zum Schluss nicht verraten. Beim anschließenden Gespräch mit den Kriminalisten verriet Dieter Beckmann dann, dass die „Sichel“ der Auftragskiller war.



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