Mo., 08.01.2018

Segen für jedes Haus Erstmals mehr als 100 Sternsinger

Die Sternsinger bei der Arbeit.

Die Sternsinger bei der Arbeit. Foto: Alfred Riese

Saerbeck - 

Das Wichtigste zuerst: Seit Samstag steht an jedem Haus im Dorf und in den Bauerschaften, wo die Bewohner dies wollten, „Christus segne dieses Haus“. Den Segen von der Krippe verteilten 103 Sternsinger. Nach Angabe der Messdienerleiterrunde der St.-Georg-Pfarrgemeinde war die Zahl der Kinder, die als Heilige Drei Könige unterwegs waren, zum ersten Mal dreistellig und damit so hoch wie noch nie. Einen Rekord meldeten sie auch beim Spendenergebnis.

Von Alfred Riese

Bereits zum Abschluss der Haussammlung waren 7990 Euro beisammen. Zusammen mit den Kollekten in den Gottesdiensten am Wochenende und dem noch anstehenden Sternsingerbesuch beim Altentreff erwarten die Messdiener „eines der höchsten Ergebnisse, das wir je hatten, und bestimmt weit mehr als der Rekord vom vergangenen Jahr“, sagte Messdienerleiterin Stefanie Behring.

Das Geld geht an das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, das damit in diesem Jahr Hilfsprojekte unter dem Motto „gemeinsam gegen Kinderarbeit in Indien und der Welt“ unterstützt.

Es war ein Riesentrubel im Pfarrheim, als sich dort die gute Hundertschaft Sternsinger am Samstagmorgen einkleidete. „Schaut mal, man könnte meinen, wir sind in Münster“, scherzte Pastoralreferent Werner Heckmann während des Aussendungsgottesdiensts in St. Georg. Er dankte den Kindern, ihren begleitenden Eltern und den organisierenden Messdienerleitern für ihren Einsatz und wies darauf hin, dass andernorts bei Sternsingeraktionen nicht mehr alle Häuser besucht werden könnten.

„Ihr schenkt dem Kind in der Krippe heute eure Hände, Füße und Herzen“, stellte Heckmann fest. Es sei „wunderbar, dem Stern von Bethlehem zu folgen und daran zu arbeiten, dass die Welt ein kleines bisschen besser wird“. Nach vier bis sechs Stunden, die die Gruppen mit Bollerwagen, Kreide und Segensschildern unterwegs waren, versammelten sich alle Caspare, Melchiore und Balthasare zum Familiengottesdienst am Samstagnachmittag wieder in der Kirche. Ihr Einzug füllte den Mittelgang zwei Mal, viele Gottesdienstbesucher fanden nur noch Stehplätze.

Zwei Sternsinger interviewten Kaplan Ramesh Chopparapu, der selbst aus Indien kommt. „Ja, viele Kinder dort müssen arbeiten, damit ihre Familien leben können“, bestätigte er und zeigte eigene Fotos: ein Mädchen in einer Bolzenfabrik, Sechs- oder Siebenjährige bei der Arbeit, zwei junge Brüder, die betteln. Ein Bild hatte ihm ganz aktuell ein befreundeter Priester aus Indien zugeschickt. Allein die Messdiener leisteten laut Stefanie Behring mehr als 300 Stunden Arbeit für diese Aktion, bei den Sternsingerkindern dürften noch mal weit über 500 Stunden zusammenkommen.

Fotostrecke: Sternsinger in Saerbeck unterwegs

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