Fr., 02.02.2018

Gebiet Eichengrund UWG warnt vor „einem zweiten Bürgerscheune“

Der Landgasthof Bruckmann möchte seinen Betrieb um- und ausbauen.

Der Landgasthof Bruckmann möchte seinen Betrieb um- und ausbauen. Foto: prf

Saerbeck - 

„Unterm Strich keine neuen Argumente“, so fasste Guido Wallraven vom Planungsbüro Stadt-Land-Fluss zusammen, was an Kritik, Anregungen und Stellungnahmen herein kam zu den geplanten Änderungen im „Sondergebiet Freizeit und Erholung Eichengrund“ mit dem Landgasthof Bruckmann darin.

Von Alfred Riese

Neben Behörden hatte sich bei der so genannten Offenlegung der Pläne ein Rechtsanwalt zu Wort gemeldet, der die Besitzer des direkt benachbarten Pferdehofs vertritt (diese Zeitung berichtete).

Während sich bereits ein mehrheitliches Votum abzeichnete, dem Landgasthof via Bebauungsplanänderung den Um- und Ausbau des Betriebs zu ermöglichen, fand die UWG die alten Argumente dagegen weiterhin gültig. Deren Fraktionsvorsitzende Mechthild Lüggert erneuerte die Kritik, dass das Verkehrsgutachten widersprüchlich sei, warf am Tag nach der Sitzung der Verwaltung vor, „Probleme zu atomisieren“ und warnte vor „einem zweiten Bürgerscheune“. Dort war die Nutzung nach Inbetriebnahme von Anwohnern auf rechtlichem Weg eingeschränkt worden.

Lüggerts Argumente und Fragen waren in der Tat nicht neu: Reicht die Zahl der Stellplätze? Funktioniert der Begegnungsverkehr auf dem drei Meter breiten Asphaltstreifen des Wirtschaftswegs auch mit Treckern und Radfahrern? Führt die Änderung zu einem Dauerstreit mit dem Nachbarhof, der sich in seinen Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt sehe?

Sachlich konterten Bürgermeister Wilfried Roos und Planer Wallraven alle Kritikpunkte – allerdings nicht zur Zufriedenheit von Mechthild Lüggert. Sie wollte insbesondere wissen, wie die Betriebsgenehmigung aussehen würde, die der zuständige Kreis auf Basis eines geänderten Bebauungsplans erteilen würde. Erst der Plan, dann die Genehmigung, erklärte Bauamtsleiter Andreas Fischer zur Reihenfolge. Er gehe davon aus, dass die Pläne der Familie Bruckmann mit dem geänderten Bebauungsplan vom Kreis genehmigt würden.

Auf Antrag der UWG wurde eine Entscheidung in die Ratssitzung am nächsten Donnerstag verschoben. Die anderen Fraktionen stehen den Plänen positiv gegenüber, wollen aber auch Einschränkungen für den Reiterhof ausschließen.



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