So., 04.02.2018

Elektromobilitätskonzept Was darf’s kosten?

Betrieben werden könnten die Säulen von der Gemeinde selbst oder einem kommerziellen Anbieter.

Betrieben werden könnten die Säulen von der Gemeinde selbst oder einem kommerziellen Anbieter. Foto: dpa/Jens Büttner

Saerbeck - 

Ein Elektroauto als Dienstwagen für das Rathaus ist bestellt, drei öffentliche Schnellladesäulen sollen bald in dessen Nähe installiert werden. Das sind die ersten Schritte, die die Gemeinde Saerbeck im Rahmen ihrer „Einführungsstrategie für Elektromobilität“ in Angriff nehmen will.

Von Alfred Riese

Das Konzept mit einem weiteren, mehr oder minder konkreten Maßnahmenkatalog hat der Planungs-, Bau-, Umwelt- und Klimaausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig abgesegnet, als „verbindliche Grundlage“.

E-Auto und Ladesäule beschäftigten denn auch die Mitglieder des Planungsausschusses jetzt mehr als das, was noch kommen soll. Anne Raffel (CDU) sorgte sich um die Kosten für die Ladesäulen und die Frage, wie viel Elektromobilität das Stromnetz verträgt ohne Ausbau. Mit 2000 bis 3000 Euro pro Säule sei zu rechnen, außerdem mit Fördermitteln, beruhigte Guido Wallraven, Projektkoordinator der NRW-Klimakommune Saerbeck. „Den Netzstatus haben wir im Blick“, versicherte Bürgermeister Wilfried Roos. Über die Kosten für die Säulen werde im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung gesprochen, kündigte Bauamtsleiter Andreas Fischer an.

Zweites Thema, das interessierte: „Was kostet eine Autoaufladung, und wie wird abgerechnet“, wollte Bernd Willebrandt (CDU) wissen. Beides ist noch offen, so muss man die Antwort des Bürgermeisters verstehen. Betrieben werden könnten die Säulen von der Gemeinde selbst oder einem kommerziellen Anbieter. Unternehmen hätten bereits Interesse bekundet. Dann sei allerdings mit einem Preis von 50 Cent pro Kilowattstunde zu rechnen, meinte Roos. Wenn man Elektromobilität über die Ladepreise fördern wolle, sollten diese nicht zu hoch sein, warf Ewald Baar ein.

Das Elektromobilitätskonzept hat Saerbeck zusammen mit den Gemeinden Steyerberg und Liebenau in Niedersachsen entwickelt. Eingeflossen sind Ergebnisse von Bestandsaufnahmen, Umfragen und Workshops. Finanziell gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur. Weitere Punkte auf der Agenda für Saerbeck sind unter anderem betriebliches Mobilitätsmanagement, die Förderung von Fahrgemeinschaften und Nachbarschaftsautos, Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr oder auch eine Mobilitäts-App.



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