Di., 06.02.2018

Wildfreigehege Schlimmer als „Kyrill“

Inmitten von umgestürzten Bäumen und heruntergefallenen Ästen lebt das weiße Damwild seit dem Sturm „Friederike“. Auch wenn die Sturmschäden in den Tiergehegen noch lange nicht behoben worden sind, sind zumindest die Gehwege wieder frei und alle Gefahren entfernt, so dass das Wildfreigehege nun wieder für Besucher geöffnet ist.

Inmitten von umgestürzten Bäumen und heruntergefallenen Ästen lebt das weiße Damwild seit dem Sturm „Friederike“. Auch wenn die Sturmschäden in den Tiergehegen noch lange nicht behoben worden sind, sind zumindest die Gehwege wieder frei und alle Gefahren entfernt, so dass das Wildfreigehege nun wieder für Besucher geöffnet ist. Foto: Stefanie Behring

Saerbeck - 

Wer in den vergangenen zwei Wochen das Wildfreigehege Nöttler Berg in Westladbergen besuchen wollte, wurde bereits an der Einfahrt des Parkplatzes enttäuscht: Es war geschlossen. Der Grund dafür war sofort ersichtlich, denn der Sturm „Friederike“ am 18. Januar hatte das beliebte Ausflugsziel massiv getroffen.

Von Stefanie Behring

„Unzählige Bäume waren umgefallen oder einfach abgebrochen wie ein Streichholz“, berichten die Betreiber Thomas und Christoph Behring. Wie viele Bäume es waren, könne niemand einschätzen. Mit Hubsteiger, Bagger, Motorsäge und ganz viel Handarbeit wurde mittlerweile zumindest ein Teil der Schäden beseitigt, so dass das Wildfreigehege seit Samstag wieder geöffnet hat. Es bestünde keine Gefahr mehr für Besucher.

Die Brüder glauben nicht, dass es das Gehege schon einmal so schlimm erwischt hat wie durch „Friederike“. Selbst der Sturm „Kyrill“ vor elf Jahren hatte laut Thomas und Christoph Behring nicht so große Auswirkungen. Trotz der hohen Schäden sind sich die beiden jedoch einig: „Das Wichtigste ist, dass keinem Menschen oder Tier etwas passiert ist.“ Dies bezeichnen sie als „Glück im Unglück“, denn sie seien am Tag des Sturmes direkt vor Ort gewesen, um so schlimmeres zu verhindern. Viele Zäune, auf die Bäume gefallen waren, flickten sie unmittelbar, so dass keinem Tier die Flucht ermöglicht wurde. Beispielsweise wurde ein Teil des Zaunes vom Wildschwein-Gehege durch einen umgekippten Baum durchtrennt. Schnelles Handeln sorgte aber dafür, dass die beiden Zaunenden wieder notdürftig miteinander verknüpft werden konnten.

Die Tiere selbst nahm der Sturm nicht so schlimm mit wie erwartet. „Einige waren etwas nervös, aber insgesamt haben sie das echt gut verkraftet“, erzählt Christoph Behring mit Blick auf einen Damhirsch, der einen noch im Gehege liegenden Baum nun als Spielzeug nutzt. Auch die Rinde sei bei einigen Tieren sehr beliebt.

Kurz nach dem Sturm dachten die Betreiber noch, sie könnten nach einer Woche wieder öffnen – diese Vorstellung habe sich allerdings schnell zerschlagen, als das große Ausmaß der nötigen Aufräumarbeiten sichtbar wurde. Die jetzt noch vorhandenen kleinen Schäden und die Bäume, die noch in den Tiergehegen oder am Rand des etwa 25 Hektar großen Waldgebiets liegen, sollen in den nächsten Tagen und wahrscheinlich Wochen nach und nach entfernt werden. Dabei hatten die Brüder bereits Unterstützung von vielen helfenden Händen, für die sie sehr dankbar sind.

Sie hoffen, den Ausfall von Eintrittsgeldern durch hohe Besucherzahlen im Laufe des Jahres wieder ausgleichen zu können und freuen sich, dass das Wildfreigehege nun wieder als Ausflugsziel für jedermann zur Verfügung steht.



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