Mi., 07.02.2018

Kita-Neubau Vier Bewerber im Casting

D ie Kirchengemeinde St. Georg betreibt bereits den Kindergarten St. Marien.

D ie Kirchengemeinde St. Georg betreibt bereits den Kindergarten St. Marien. Foto: Alfred Riese

Saerbeck - 

Bereits in diesem Sommer soll ein neuer, zusätzlicher Kindergarten mit zwei Gruppen provisorisch an den Start gehen. Später ist ein Neubau für drei Gruppen in oder nahe des geplantes Neubaugebiets vorgesehen. Das empfahlen am Montagabend der Familien- und der Jugendausschuss in einer gemeinsamen Sitzung dem Gemeinderat.

Von Alfred Riese

Für das Provisorium räumt demnach das Jugendzentrum JuZe das Gebäude an der Industriestraße 1 und zieht in den Bürotrakt der leer stehenden Druckerei ein paar Meter weiter um. Beide Gebäude sollen umgebaut werden.

Für die Trägerschaft des neuen Kindergartens bewerben sich vier Einrichtungen. Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland, die bereits drei Kitas in Saerbeck betreibt, hatte ihren Hut noch vor der Sitzung wieder aus dem Ring genommen. Das Ziel der Trägervielfalt wurde als Grund genannt. Ihre Konzepte präsentierten öffentlich die DRK Bürgerservice Tecklenburger Land gGmbH (in Saerbeck bereits vertreten mit der Burg Funkelstein), der Jugend- und Familiendienst Rheine e.V., das Begegnungszentrum für Ausländer und Deutsche Ibbenbüren e.V. und die katholische Kirchengemeinde St. Georg, die bereits den Kindergarten St. Marien betreibt.

Im geschlossenen Teil der Sitzung diskutierten die Mitglieder beider Ausschüsse länger als eine Stunde darüber, welchen Träger die Gemeinde Saerbeck empfehlen will. Die Entscheidung trifft der Kreisjugendhilfeausschuss Mitte März.

► Für das DRK hob Gudrun Baackmann, Leiterin der Burg Funkelstein, das Programm als anerkannte Bewegungs-Kita hervor und verwies auf dreimal mehr Anmeldungen als freie Plätze für das kommende Kita-Jahr. Eine zweite Kita solle eng an das bestehende Konzept angelehnt werden. Ein Schwerpunkt der Arbeit sei das Thema „gesundes Aufwachsen“ mit den Aspekten Bewegung, Ernährung, soziales Miteinander und emotionale Stabilität.

► Das Begegnungszentrum in Ibbenbüren betreibt dort seit 30 Jahren drei Kitas, erklärten dessen Vertreter. Man habe Erfahrung auch mit hohen Anteilen von Kindern mit Migrationshintergrund. Das Begegnungszentrum sei konfessionslos, praktiziere aber die Begegnung der Religionen. Schwerpunkte einer Kita würden je nach Standort bestimmt. Als einziger Träger schoben die Ibbenbürener eine Randzeitenbetreuung von 6 bis 21 Uhr in Zusammenarbeit mit Tageseltern nach vorne.

► Der Jugend- und Familiendienst betreibe bald zehn Kitas im Kreis Steinfurt, erklärten dessen Vertreter. Sie erläuterten ein halboffenes, kindzentriertes und situationsorientiertes Konzept und warben mit individuellen Hol- und Bringzeiten. Neben dem Frühstücksbuffet gebe es tagesaktuell bestellbares Mittagessen. Kinder würden akzeptiert, wie sie sind, und dort abgeholt und gefördert.

► Für die St.-Georg-Pfarrgemeinde erklärte Petra Wieling, Leiterin des Kindergartens St. Marien, „das christliche Menschenbild ist uns ein wichtiges Anliegen“, aber ebenso die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein Argument war, dass katholische Kindergärten angesichts der Zahl der Konfessionsangehörigen in Saerbeck unterrepräsentiert sind. Die Gemeinde wolle „ihren Beitrag zu einer guten Kindertagesbetreuung für alle Kinder und Familien leisten“.



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