Do., 08.02.2018

Kuriose Stimmverhältnisse Nun doch keine Aufhöhung

Aus dem 4,5-Meter-Hochplateau auf der Sandgrube am Südhoek wird dank einer Zufallsmehrheit im Rat erstmal nichts.

Aus dem 4,5-Meter-Hochplateau auf der Sandgrube am Südhoek wird dank einer Zufallsmehrheit im Rat erstmal nichts. Foto: Alfred Riese

Saerbeck - 

Erstmal wird es nichts mit dem neuen Hochplateau in der Ecke Südhoek und B 219. In der Ratssitzung am Mittwochabend verweigerte eine Zufallsmehrheit die Zustimmung zu einem Antrag der Saerbecker Firma Wolters, die dort in ihrer Sandabgrabung Baugrubenaushub drei Meter höher als das ursprüngliche Bodenniveau aufschütten will.

Von Alfred Riese

Im Planungsausschuss (diese Zeitung berichtete) stand noch eine Mehrheit von CDU und Grünen für den Wolters-Antrag. SPD und UWG hatten Bedenken unter anderem wegen des Eingriffs in die Landschaft (UWG) und der Entwässerung (SPD und UWG) und waren dagegen. Oberwasser bekamen die Gegner der so genannten Aufhöhung, weil drei Ratsmitglieder der CDU in der Sitzung entschuldigt fehlten und Ewald Baar (Grüne) sich am Ende für das Nein-Lager entschied. Das produzierte ein 9:9-Abstimmungspatt mit CDU, Bürgermeister und einem Grünen auf der einen Seite und SPD, UWG und dem zweiten Grünen Jost Sträter auf der anderen Seite – Beschlussvorschlag bei Stimmengleichheit abgelehnt. Sträter hatte wie die CDU Bedenken wegen der Entwässerung geäußert. Er war aber offensichtlich, ebenfalls wie die CDU, bereit, der von Wolters zusätzlich angebotenen Flächendrainage bei zusätzlich verminderter Endhöhe eine Chance zu geben.

Zuvor hatte die CDU den Antrag gestellt, die Aufhöhung insgesamt um 1,5 Meter niedriger anzusetzen. Das hätte am maßgeblichen Niveau der Bundesstraße eine Endhöhe von 1,5 Metern und am tiefer gelegenen Südhoek eine Höhe von 3 statt 4,5 Metern ergeben. Diesem Antrag hatte Ewald Baar noch zur Mehrheit verholfen, um die Aufhöhung im Zweifelsfall zu vermindern. Dann nutzte er die Gelegenheit, sie ganz zu verhindern.

Sollte der Antrag noch mal mit vollständiger Ratsbesetzung auf die Tagesordnung kommen, wäre ihm nach aktuellem Stand die Mehrheit zumindest von CDU und Bürgermeister sicher. Formal geht es um das Einvernehmen der Gemeinde. Über eine Genehmigung entscheidet der Kreis. Die Firma Wolters nutzt Aufhöhungen, um überschüssigen Aushub aus Baugruben unterzubringen.



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