Fr., 09.02.2018

Wagenbaugruppe Haben einen Ruf zu verlieren

Was haben wir denn da wieder gemacht?  Ein Teil des Wagenbauteams der Dorf-Schützen begutachtet sein Werk und findet es offensichtlich selbst lustig. Ein Thema gibt es, das die Wagenbauer des BSV Dorf bewegt und mit dem sie heute Nachmittag beim Umzug überraschen wollen. Einziger Hinweis ist dieser Buchstabensalat.

Was haben wir denn da wieder gemacht?  Ein Teil des Wagenbauteams der Dorf-Schützen begutachtet sein Werk und findet es offensichtlich selbst lustig. Ein Thema gibt es, das die Wagenbauer des BSV Dorf bewegt und mit dem sie heute Nachmittag beim Umzug überraschen wollen. Einziger Hinweis ist dieser Buchstabensalat. Foto: Alfred Riese

Saerbeck - 

„Rüstoschnoze“, das könnte der Familienname des georgischen Jecken sein, der versucht, einen Karnevalsumzug in der Hauptstadt Tiflis an den Start zu bringen. Oder vielleicht ein närrischer Kommentar zur deutschen Rüstungspolitik. Steht der Buchstabensalat chiffriert für ein gewisses Spannungsverhältnis, das mindestens einmal im Jahr Anlass zum Lachen gibt?

Von Alfred Riese

Was verraten werden kann, ohne die Überraschung zu verderben: Die Buchstaben sind aus Wörtern eingesammelt, die den Karnevalswagen der Dorf-Schützen zieren. Und da stehen noch viel mehr drauf, wie dieser Tage ein Werk stattbesuchzeigte. Spannungen? Vielleicht doch Rüstungswesen? Die Geheimhaltungsvereinbarung, die am Rheinsalm abzugeben war, spräche dafür.

Dort, auf dem Hof Nottmeier, fernab neugieriger Blicke, werkelt die Wagenbautruppe des Bürgerschützenvereins Saerbeck-Dorf. Seit dem 11.11. feilen sie am Motto, lassen sich Sprüche einfallen, sägen, hämmern, schrauben und bringen Farbe auf die Bretter. Die zurzeit 18 Dorf-Schützen zwischen 20 und 70 Jahren haben immerhin einen Ruf zu verlieren. Seit dem Jahr 2000 sind sie die Garanten für aktuelle lokalpolitische Themen im Saerbecker Karnevalsumzug.

Wie sie zu ihren immer neuen Ideen kommen, die sie auf den immer gleichen Basis-Wagen bauen und pinseln, zeigt ein Blick in den „Salon“ des Clubs – oder die „Kreativ-Zentrale“, wie einige sagen. Der Holzofen bullert, von dem wunderbaren Oma-Sofa kommt man praktisch gar nicht mehr hoch, dafür wird einem das Standardgetränk Wacholder im Pinnchen gebracht, mit einer Scheibe Kohlwurst dazu. An den Wänden hängen Fotos als „Ahnentafel“ der Motto-Wagen. Um der Alkoholdebatte keinen Vorschub zu leisten: In der Kühlung ist auch alkoholfreies Radler, und es wird auch getrunken, wenn die Truppe samstags am Vormittag zusammenkommt.

„Wir bauen jetzt die Spitze drauf“, das war im Endspurt vor dem Zug der Ruf des Wagenbau-Präsidenten Stefan Thiemann, der auch die Leute auf dem Oma-Sofa hoch riss. „Die Spitze“, das ist ein tollkühner, prächtiger Aufbau für das Treckerdach, dessen Montage die nüchterne Handwerkskunst voll forderte. Ob es geklappt und welchen Hinweis die „Rüstoschnoze“ auf das Thema der Session bietet, lässt sich am heutigen Samstag ab 14.11 Uhr beim Umzug besichtigen.



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