Do., 07.01.2016

Bernhard Rolfes hilft der Natur mit kleinen Aktionen „Vielleicht kriegen wir noch den Dreh“

Bernhard Rolfsen in seinem naturbelassenen Garten: Der Rentner sorgt sich um die Tier- und Pflanzenwelt.

Bernhard Rolfsen in seinem naturbelassenen Garten: Der Rentner sorgt sich um die Tier- und Pflanzenwelt. Foto: Axel Roll

Borghorst - 

„Hören oder sehen Sie hier irgendwas? Früher war das hier Idylle pur. Jetzt ist hier nix mehr.“ Bernhard Rolfsen kämpft sich durch die verwilderte kleine Fichtenschonung, lässt die hüfthohen Buxbäume links liegen und steht dann vor dem kleinen Tümpel. „Noch vor ein paar Jahren war der voll mit Fröschen. Es werden jedes Frühjahr weniger.“

Von Axel Roll

Der 71-jährige Borghorster macht sich Sorgen. Als engagierter Naturschützer beobachtet er nicht nur in seinem Garten, der eigentlich eine ehemalige Baumschule mit entsprechenden Ausmaßen ist, dass sich Vögel, Insekten und Amphibien auf dem Rückzug befinden. Selbst in fast unberührten Biotopen wie seinem Grünland, das er bewusst verwildern lässt.

„Amseln, ein paar Spatzen, dann und wann mal eine Meise, das war es“, beschreibt der gelernte Gärtner, der lange Jahre im Kreislehrgarten gearbeitet hat, den Artenschwund bei den gefiederten Freunden. Nebenan auf den Feldern am Rande des Buchenberges das selbe Bild: „Wo sind Kiebitz, Rebhuhn oder Feldlerche geblieben?“

Bernhard Rolfsen will sich mit dem Ausverkauf der Natur nicht zufriedengeben. Er ist überzeugt: „Jeder kann was tun.“ Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Der Gärtner, der in seiner Freizeit den örtlichen Naturschutzbund unterstützt und unter anderem am Grafensteiner See beim Anlegen von Brutinseln geholfen hat, zeigt an vielen Beispielen, wie die Unterstützung für die bedrohten Arten aussehen kann.

So ist der Naturfreund überzeugt, dass es lange nicht mehr ausreicht, die Vögel nur im Winter zu füttern. „Sie benötigen das ganze Jahr zusätzliches Futter. Wo finden sie denn heute noch was zu fressen? Es gibt doch kaum noch Insekten.“

Und auch bei der Brut bietet Rolfsen Hilfestellung. Niströhren für Käuze, mit Draht freischwebend in Bäume gehängt als Schutz vor Katzen, die klassischen Nistkästen, aber auch die bekannten Insektenhotels sollen helfen, den Artenrückgang zu verlangsamen.

Bernhard Rolfsen ist sich darüber im Klaren, dass er mit seinen bescheidenen Mitteln keine Wunder vollbringen kann und die Gründe für das Artensterben viel tiefer liegen. Der rührige Rentner ist aber auch Optimist. Und darum setzt er auf den vielleicht langsamen, aber dafür stetigen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung. „Vielleicht kriegen wir ja noch den Dreh. Ich will die Hoffnung jedenfalls nicht aufgeben.“



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