Mo., 11.01.2016

Jahresbilanz 2015 Arbeitsmarkt war 2015 in Hochform

Rheine/Kreis Steinfurt - 

Arbeitsagentur und Jobcenter des Kreises Steinfurt ziehen die Bilanz aus 2015: Es hätte kaum besser laufen können.

Von Achim Giersberg

So viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte wie noch nie, eine Unterbeschäftigungsquote auf dem Allzeittief von 6,0 Prozent und eine Arbeitslosequote von im Jahresmittel 4,8 Prozent, was den zweitniedrigsten Jahreswert in NRW bedeutet: Besser hätte das vergangene Jahr für denn Arbeitsmarkt im Kreis Steinfurt aus Sicht der Arbeitsagentur Rheine nicht laufen können. Von einem „Arbeitsmarkt in Hochform“ sprach denn auch Agentur-Chef Rainer Zwilling gestern in Rheine bei der Präsentation der Jahreszahlen und betonte: „Dies ist ein großer Verdienst der Arbeitgeber im Kreis.“ Auch für 2016 seien die Aussichten gut und eine konjunkturelle Eintrübung nicht erkennbar.

Aber auch im vom Jobcenter des Kreises Steinfurt verantworteten Bereichs des SGB II, also der Grundsicherung und Langzeitarbeitslosigkeit, lief es nicht schlecht. Mit insgesamt 4674 Integrationen durch das Jobcenter sei das Ergebnis des Vorjahres deutlich übertroffen worden (plus 5 Prozent), freute sich der neue Sozialdezernent des Kreises, Tilman Fuchs. Lichtblicke habe es auch bei den Bedarfsgemeinschaften gegeben. Deren Zahl, so der neue Leiter des Jobenters, Thomas Ostsholthoff, sei zwar um 0,6 Prozent auf 11 622 gestiegen, was aber unter dem Anstieg auf Landes- (+1,2 Prozent) und Bundesebene (+1 Prozent) liege. Auf der anderen Seite blieben immer mehr Menschen länger arbeitslos. So stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen in der Region im vergangenen Jahr um 4,0 Prozent auf 4002 Personen. Betroffen sind vor allem Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Aber auch Gelernte, die sich nicht weitergebildet haben, finden bei Arbeitslosigkeit schwerer wieder einen Job – obwohl der Bestand an offenen Stellen von 2738 auf 2956 gestiegen ist.

Karl-Heinz Hagedorn, Geschäftsführer der als Anstalt des öffentlichen Rechts für den Kreis agierenden GAB („Gemeinsam für Arbeit und Beschäftigung“) erläuterte die Verwendung des Eingliederungsbudgets in Höhe von 9 Millionen Euro. Der Großteil (45,3 Prozent) wurde für gruppenbezogene Eingliederungsmaßnahmen verwendet, gefolgt von individuellen Eingliederungsmaßnahmen (34,5 Prozent). Über Lohnsubventionen (13,7 Prozent) seien nur insgesamt 90 Arbeitsverhältnisse gefördert worden und für Arbeitsgelegenheiten seien nur 6,5 Prozent des Geldes ausgegeben worden. Für das laufende Jahr stünden wiederum 9 Millionen Euro zur Verfügung, plus eines Zuschlags von 2,7 Millionen Euro für die Arbeitsintegration von Flüchtlingen.

Die, so Hans-Gerhard Gajewski, Geschäftsführer operativ der Arbeitsagentur, spielten bislang noch keine große Rolle in der Statistik; die Arbeitsagentur habe sich aber für die zusätzliche Vermittlung von Asylsuchenden gerüstet. Auch das Jobcenter sei für die kommenden großen Herausforderungen gut gerüstet, stellte Tilman Fuchs in seinem Ausblick auf das Jahr 2016 fest. „Ein wichtiger Faktor wird dabei sein, wie sich die Anzahl der zu uns flüchtenden Menschen weiter entwickeln wird““, sagte Fuchs. Als Jobcenter habe sich der Kreis Steinfurt mit einem speziellen Zuwanderungskonzept vorbereitet, das sowohl eine personelle Aufstockung der Mitarbeiter vorsehe, als auch eine individuelle Förderung der Flüchtlinge.

Einig waren sich die Vertreter von Jobcenter und Arbeitsagentur, dass die Integration von Flüchtlingen in den ersten Arbeitsmarkt „eher verhalten“ anlaufen werde. Hans-Gerhard Gajewski: „Die große Hoffnung, aus dem Flüchtlingszustrom dringend benötigte Fachkräfte gewinnen zu können, wird sich sicher nicht unter zwei bis drei Jahren und nur mit intensiver Begleitung erfüllen können.“



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