Mo., 15.02.2016

Walter Wehrmeyer züchtet seit 40 Jahren Hühner Schön rund müssen sie sein

Siegertypen: Die Zwerg-Wyandotten von Walter Wehrmeyer bekommen immer wieder Bestnoten.

Siegertypen: Die Zwerg-Wyandotten von Walter Wehrmeyer bekommen immer wieder Bestnoten. Foto: Braunschweig

Borghorst - 

Für Walter Wehrmeyer müssen Hühner rund sein. „Unten wie ein Fußball“, sagt der 75-jährige Borghorster und zeigt an einem Hahn, welche Linie er meint. Diese Anforderung erfüllt die Rasse mit dem gar nicht so leicht auszusprechenden Namen Zwerg-Wyandotten voll und ganz. Eine Rundung geht in die nächste über, selbst das Schwanzgefieder bildet eine hübsche Halbkugel.

Von Linda Braunschweig

Die Zwerg-Wyandotten, ursprünglich aus den USA stammend, sind Walter Wehrmeyers Rasse. Schon seit mehr als 40 Jahren hat er die Tiere im Stall. Zahlreiche Titel haben sie dem passionierten Züchter eingebracht. Die jüngsten Auszeichnungen hängen im Flur der Wehrmeyers: In Dortmund wurde der Borghorster Bundessieger und Deutscher Meister mit seinem Farbschlag „goldhalsig“. Dabei setzten sich seine Tiere gegen 100 weitere in derselben Klasse durch. Sie überzeugten die Richter voll und ganz. Eine Henne erhielt die Bestnote „vorzüglich“. Das freut den Züchter, der seine Hühner seit Langem auf Schauen ausstellt – bis zu fünf Mal im Jahr fährt er dafür kreuz und quer durch Deutschland.

Vor jeder Schau werden die Tiere handzahm gemacht. „Das geht alles übers Futter“, sagt Wehrmeyer. Auch an den Käfig, in dem sie während der Schau vier bis fünf Tage verbringen, werden die Hühner gewöhnt. Dazu kommt das Styling: Vor jeder Ausstellung putzt der Züchter seine Tiere. Die Beine werden gewachsen und gecremt, das Gefieder gerichtet und, wo nötig, gezupft. Der Kamm wird mit Alkohol abgerieben, dann glänzt er rot. Zwölfmal ist Wehrmeyer auf diesem Weg schon Bundessieger geworden, dreimal Deutscher Meister und einmal Europameister. Die vielen Pokale können er und seine Frau Monika zu Hause gar nicht lassen. Wehrmeyer verschenkt sie manchmal an die Jugendgruppe des Rassegeflügelzuchtvereins Steinfurt. Die Siegerbänder und Medaillen bewahrt Wehrmeyer jedoch auf. Ganze Schubladen sind damit inzwischen gefüllt.

Die Leidenschaft für die Geflügelzucht hat Wehrmeyer von seinem Vater. Schon als Kind besaß er einige Zwerghühner. Die Wyandotten hat er irgendwann für sich entdeckt. Die möge er eben gerne anschauen, erklärt Wehrmeyer seine Liebe zu der Rasse. Und als er noch bei der Bundesbahn arbeitete, hat Wehrmeyer das auch zum Entspannen nach Feierabend einfach mal so gemacht: Sich abends in die Tür zum Stall gesetzt und den Tieren zugeschaut. Scharren, picken, Gefieder putzen – in den Käfigen ist immer Leben. Allerdings sorgen sie auch für viel Arbeit. In den Urlaub fährt Wehrmeyer deshalb nur selten. „Hier ist ständig was zu tun“, sagt er. Auch das ist ein Grund für seine Züchter-Leidenschaft: Er arbeitet gerne mit Tieren. Ein Leben ohne Hühner kann sich der Borghorster jedenfalls nicht vorstellen.

Neben der Rundung sind es auch die Farben, die ihm gefallen. Mit einem Stamm – ein Hahn, drei Hennen – hat alles angefangen. Heute hat Wehrmeyer drei bis vier Stämme – aber manchmal mehr als 100 Küken. Wehrmeyer legt die Eier seiner Hennen in den Brutkasten und wartet, was daraus wird. Vielleicht die nächste Siegerhenne? „Mit zehn bis zwölf Wochen“, sagt er, könne man erkennen, ob ein Huhn Potenzial für die Zucht hat. Den Großteil seiner Tiere hält der Borghorster nicht am Haus am Buckshook, sondern in einem Stall in Wilmsberg. Manche verkauft er, andere werden geschlachtet. Mit etwa sechs Monaten sind die Hennen ausgewachsen, die Hähne brauchen etwas länger. Die Zwerg-Wyandotten gibt es in 24 Farben. Manchmal kreuzt Wehrmeyer seine Zucht mit neuen Hennen ein. Immer auf der Suche nach dem nächsten Gewinner.



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