So., 21.02.2016

Betreutes Wohnen und Tagespflege Websaal: Baukosten deutlich höher

Borghorst - 

Durch die lange Vorlaufzeit von vier Jahren sind die Baukosten für das neue Wohnquartier, das die Caritas für betreutes Wohnen und Tagespflege auf dem Gelände des ehemaligen Websaals III der Firma Kock nutzen will, deutlich in die Höhe gegangen. Statt 2,6 Millionen betragen sie nunmehr 3,2 Millionen Euro.

Von Linda Braunschweig

Ein wenig unruhig war Bernard Hillebrand an den stürmischen Tagen rund um die Karnevalszeit schon. Der Architekt hoffte, dass alles standhält auf der Baustelle zwischen Rubens- und Arnold-Kock-Straße. Dort erinnern derzeit nur noch die bis zu sieben Meter hohen historischen Mauern an den Standort des früheren Websaals III der Firma Kock. An seiner Stelle entsteht ein neues Wohnquartier, das die Caritas für betreutes Wohnen und Tagespflege nutzen will. In einem weiteren Bauabschnitt errichtet Hillebrand selbst mehrere Wohnungen, die anschließend vermarktet werden sollen.

Für die Absicherung der Mauern sei alles von Statikern genau berechnet worden, sagt Hillebrand. Die teils mehr als 100 Jahre alten Wände haben dem Sturm getrotzt. Künftig sollen sie einen Kontrast zu den modernen Putzbauten liefern. Hinter den Mauern führt ein Laubengang an den Wohnungen vorbei. An einer Stelle an der Rubensstraße lässt Hillebrand einen Durchbruch schaffen, dort wird künftig ein Weg zwischen den vier Gebäudekomplexen entstehen. Dieser bildet gleichzeitig eine Sichtachse bis zur Kirche St. Nikomedes. Hillebrand weiß, dass der Erhalt der alten Mauern auch Kritik erntet, „aber Borghorst hat wenig historische Bausubstanz“, erklärt der Grevener Architekt seine Sicht der Dinge. „Und diese hier kündet auch von der Geschichte der einst prägenden Textilindustrie.“

Hillebrand geht davon aus, dass der Rohbau im Juni steht und dann Richtfest gefeiert werden kann. Schon einen Monat vorher, im Mai, will er mit dem Bau seiner Wohnungen beginnen.

Wohl noch mehr Kritik als der Erhalt der Mauern erhielt in der Planungsphase vorübergehend die Preispolitik der Caritas. Nachdem diese angekündigt hatte, Wohnraum öffentlich fördern zu lassen und diesen dann für sozial Schwache anzubieten, stellte der Verband das Ende 2014 infrage. Der Seniorenbeirat hatte der Caritas daraufhin vorgeworfen, ihrer sozialen Verantwortung nicht gerecht zu werden. Dieser Streit ist aber längst beigelegt, wie Burkhard Baumann, Geschäftsführer der Domus Caritas gGmbH, erklärt. Die Caritas habe sich selbst verpflichtet – obwohl die Wohnungen ohne öffentliche Mittel finanziert werden – fünf Wohneinheiten bei Vorlage eines Wohnberechtigungsscheins anzubieten. Dann liegt der Mietpreis bei 5,60 Euro pro Quadratmeter. Die Kaltmiete betrage in dem Fall 254 Euro, erklärt Baumann. Die übrigen Wohnungen in der Größenordnung zwischen 43 und 81 Quadratmetern werden für 5,60 bis 8,80 Euro pro Quadratmeter vermietet. Die Wohnungen sind hochwertig, kündigt Baumann an. Unter anderem ließen sich dank guter Dämmung Nebenkosten sparen.

Eine Kröte muss die Caritas als Investor allerdings schlucken: Durch die lange Vorlaufzeit von vier Jahren sind die Baukosten deutlich in die Höhe gegangen, sagt Baumann. Gerechnet habe man damals mit 2,6 Millionen Euro, inzwischen sei man bei 3,2 Millionen Euro.

Ebenfalls bedingt durch die lange Vorlaufzeit sind einige der Interessenten wieder abgesprungen. „Dadurch sind wieder Wohnungen jeder Größenordnung frei“, sagt Baumann. Voraussichtlich Ende des Jahres sollen die Gebäude fertig sein. Wirkliche Planungssicherheit gibt es laut Baumann aber erst, wenn der Winter vorüber ist. Im April ist eine Info-Veranstaltung geplant. Parallel zu den Bauarbeiten läuft derzeit eine Bürgerbefragung zur Quartiersentwicklung (wir berichteten). Die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit vorgestellt.

Zum Thema

Weitere Infos zu den Wohnungen gibt es bei Kim Suer, Mobil-Telefon 01 51/24 03 61 49.



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