Fr., 23.09.2016

Alina Winters beginnt eine Ausbildung – auch dank der Hilfe von „Lernen fördern“ Wunschberuf in alter Heimat

Stolz ist Alina auf das Laufrad, das sie in der Holzwerkstatt für ihren kleinen Neffen gebaut hat.

Stolz ist Alina auf das Laufrad, das sie in der Holzwerkstatt für ihren kleinen Neffen gebaut hat. Foto: Lernen fördern

burgsteinfurt - 

Alina Winters steht in der Holzwerkstatt des Vereins „Lernen fördern“ in Burgsteinfurt. Was ihr nicht anzusehen ist: Sie hat ganz frisch einen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Was sehr wohl zu sehen ist: Ihr Stolz. Denn Alina hat das bunte Kinder-Laufrad, das sie in die Kamera hält, selbst gebaut.

Alina ist seit Juli Teilnehmerin der Maßnahme „MiA – modulare und individuelle Angebote“, die „Lernen fördern“ kreisweit im Auftrag des Jobcenters des Kreises Steinfurt durchführt. Die 18-Jährige wird von den Mitarbeitern des Vereins darin unterstützt, ihre Stärken und Interessen herauszufinden und zu trainieren, Bewerbungsunterlagen zu erstellen und passgenaue Betriebe zu finden. Die Sozialpädagogin Renate Calvez, der Psychologe Dominik Jourdan und der Tischlermeister Michael Reeh sind das Team, das dabei unterstützt.

„Frau Calvez und Herr Jourdan haben mir viel geholfen, vor allem bei den Bewerbungsunterlagen, die sind richtig gut geworden“, sagt Alina. Sie berichtet, dass sie die Bewerbung online an den Betrieb geschickt hat. Zwei Stunden später habe sie bereits eine Rückmeldung und einen Termin für ein Vorstellungsgespräch bekommen. Mit durchschlagendem Erfolg. Sie beginnt jetzt eine Ausbildung als Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk (Bäckerei).

Und Herr Reeh? Der hat dafür gesorgt, dass Alina das Laufrad fertig stellen kann. „Das war sehr viel Arbeit“, berichtet die 18-Jährige. Sie fügt lachend hinzu: „Aber ich habe mir das Projekt selber ausgesucht. Ich wollte eine Idee umsetzen, die ich gebrauchen kann. Mein Neffe wird bald zwei, für den habe ich mir die Mühe gemacht.“ Zu Beginn wurde eine Tätigkeitsbeschreibung erstellt und ganz genau aufgeschrieben, welche Arbeitsschritte in welcher Reihenfolge zu erledigen haben. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmern wurde das Rad dann gebaut. „Ich fand die Teamarbeit gut, jeder hat jeden unterstützt“, fügt Alina hinzu. Außerdem hat sie durch das Umwandeln von Maßeinheiten ihre Mathekenntnisse trainiert und gezeigt, dass sie auch bei Schwierigkeiten nicht gleich aufgibt, was in ihrer Ausbildung sicher noch nützlich sein wird. Keine Frage: Es lief gut für Alina.

Inzwischen ist das Laufrad fertig. Alina ist gedanklich aber schon bei ihrem Ausbildungsbetrieb. Der befindet sich in Köln und die junge Frau erzählt, wie es dazu gekommen ist: Als Kind habe sie dort gewohnt. Erst vor einigen Jahren sei sie mit ihrer Mutter nach Steinfurt gezogen. Seit längerem habe sie nun schon den Wunsch gehabt, wieder in ihre alte Heimat zurückzukehren, Köln gefällt ihr einfach besser. Sie freut sich über ihre Chance in der entfernten Stadt, gibt aber auch zu, Respekt vor dem Umzug zu haben.

Besonders hilfreich war, dass das Jobcenter sie bei ihrer Entscheidung unterstützt hat. Nachdem Alina die Sozialpädagogin von der Ernsthaftigkeit ihres Vorhabens überzeugt hatte, konnte sie das Vorstellungsgespräch in Köln wahrnehmen. „Lernen fördern“ organisiert jetzt noch die Anmeldung an der Berufsschule in Köln-Ehrenfeld und dann, so sagt Alina: „Geht es zurück in die Heimat.“

Läuft bei ihr, würde man heute wohl sagen.

Zum Thema

Weitere Informationen zu der Maßnahme gibt „Lernen fördern“-Bereichsleiter Detlef Bolte, Telefon 0 25 51/9 37 21 03, E-Mail bolte@lernenfoerdern.de.

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