Fr., 14.10.2016

Musical Company bringt „Linie 1“ ins Martin-Luther-Haus Einsteigen, bitte!

Haben jede Menge Spaß bei der Probenarbeit zu „Linie 1“: Die Musical-Company-Akteure Indra Teepe (r.) und Tobias Dudenhausen.

Haben jede Menge Spaß bei der Probenarbeit zu „Linie 1“: Die Musical-Company-Akteure Indra Teepe (r.) und Tobias Dudenhausen. Foto: Theresa Gerks

Burgsteinfurt - 

Seien wir mal ehrlich: Wer häufig in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, der trifft manchmal auf wirklich merkwürdige Gestalten. Mindestens auf viele interessante Menschen. Vom friedlich im Alkoholsuff schlummernden Mann bis hin zur Dame im Chanel-Kostüm, die sich kaum auf etwas abgenutzte Plätze setzen mag. Dafür hat man als Zug- oder Busfahrer immer was zu gucken und zu erzählen. Wie muss es da erst einem Mädchen vom Land gehen, das in den 80ern zum ersten Mal mit der U-Bahn durch Berlin fährt – und dann auch noch mit der Linie 1, damals im Westteil der Stadt, die quer durch Bezirke mit sehr unterschiedlichen Sozialstrukturen fuhr. Von diesem ganz normalen Wahnsinn lebt das Stück „Linie 1“, welches die Musical Company Steinfurt aktuell auf die Bühne im Martin-Luther-Haus bringt.

Von Theresa Gerks

Plus: 60 Rollen bei rund 20 Akteuren. Da wird der Damen-Kaffeeklatsch auch gerne von gestandenen Männern gespielt. Und da muss es hinter den Kulissen schon mal schnell gehen: Mit dem Kostümwechsel, klar, aber auch mit dem Abschütteln der gerade gespielten Rolle und dem Schlüpfen in einen gänzlich anderen Charakter des Stücks.

Tobias Dudenhausen (19) und Indra Teepe (37), beide aus Burgsteinfurt, finden, dass genau diese Rollenrotation den Reiz des Musicals ausmacht. Indra Teepe ist zum ersten Mal dabei. „Am Anfang ist es ein bisschen peinlich, jemand ganz anderes zu sein“, erzählt sie schmunzelnd vom Probenstart Ende April. „Aber du springst hier über deinen Schatten, und das ist ganz spannend und macht total viel Spaß.“ Sie ist unter anderem als Stadtstreicherin, BVG-Kontrolleur und als Frau, die gerne über delikate Themen redet, im Einsatz. „Ich singe gerne privat, und als die Musical Company ,Linie 1‘ als Stück ankündigte, dachte ich: Vielleicht ist das ein Anfang, um überhaupt auf der Bühne zu stehen“, berichtet Indra Teepe vom Eintritt in den Verein.

Tobias Dudenhausen hat mit „Hairspray“ die Steinfurter Musicalbühne erklommen. Wenn auch etwas ungeplant. Freunde hatten ihn zum Vorsingen durch ein Schulmusical gedrängt. „Ich war so nervös, ich habe einfach irgendwas gesungen“, lacht er. Prompt war Tobias Dudenhausen dabei. Mittlerweile ist die Musical Company ein großes Hobby für ihn geworden. „Es macht auf jeden Fall Spaß, und es geht mir auch um Selbstverwirklichung und Entwicklung.“ Während er im Februar in „Dracula“ den wahnwitzigen Renfield spielte, steht er in „Linie 1“ unter der Regie von Daniel Lücke als verklemmter Junge in Hut und Mantel auf der Bühne.

Teamwork prägt die Arbeit am Stück auf jeden Fall, aber auch die immer andere Zusammenstellung der Gruppe. „Ein wirklich gutes Team entwickelt sich durch das Stück“, bestätigt auch Pressesprecherin Melanie Körner. „Die Aufführungen am Ende der Probenzeit fühlen sich so wie ein Schulabschluss an.“

Bis es dann mit einer neuen Klasse weitergeht: Die Musical Company plant bereits das nächste Stück, und Karten dafür gibt es bereits ab dem (Weihnachtsgeschenke-Einkaufsmonat) November: „Next to normal“, ein Rockmusical mit Band, und einer „fast“ normalen Familie. . .



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