So., 16.10.2016

Ausstellung Schönes auf der Leinwand

Stellten sich und ihre Arbeiten vor: Erika Leusbrock und Peter Leyendecker, die seit dem gestrigen Sonntag im Huck-Beifang-Haus einen Teil ihrer Werke präsentieren.

Stellten sich und ihre Arbeiten vor: Erika Leusbrock und Peter Leyendecker, die seit dem gestrigen Sonntag im Huck-Beifang-Haus einen Teil ihrer Werke präsentieren. Foto: Annegret Rose

Steinfurt - 

Arbeiten von Erika Leusbrock und Peter Leyendecker sind seit Sonntag im Huck-Beifang-Haus zu sehen.

Von Annegret Rose

An die 100 Leute waren am gestrigen Sonntagmorgen unterwegs, um sich die „ungewöhnliche Symbiose“, eine Schau von Fotografie und Malerei, anzuschauen. Bevor es aber zum Gucken kam, gab es einen Ohrenschmaus mit der Band „Volks“, die irische und keltische Volksmusik spielte.

Erika Leusbrock und Peter Leyendecker stellten sich und ihre Werke, das heißt auch ihre Ansprüche an die Kunst jeweils wechselseitig vor. Eine zentrale Aussage der Kunst schaffenden Nachbarn stammt von Georg Baselitz: „Bilder müssen den Vergleich mit der Wirklichkeit nicht bestehen.“ Peter Leyendecker ist ein hoch dekorierter Fotograf, der dieses Handwerk nicht nur gelernt hat, sondern mit Fotoshop verfeinerte. Er ist auf internationalen Fotoausstellungen 33 Mal mit Medaillen und 58 Mal mit Urkunden geehrt worden. Darüber verlief sein Weg zum Künstler. Er fotografiert Städte, wie London oder Shanghai, die sich wie eingefroren präsentieren. Alles ist gleich wichtig und nichts wird verändert. Trotz atemberaubender Baukunst wirkt alles kühl, indem sich die Städte vielmehr selbst ausstellen. Unwillkürlich wird hier auch Gesellschaft ausgestellt. Das ist umwerfend.

Dagegen hält Erika Leusbrock mit eher naivem Pinselstrich und frei aus dem Bauch heraus Schönes auf der Leinwand fest. Sie experimentiert mit Materialien wie Farbe, Sand und Holz. Dabei arbeitet sie noch suchend, mal gegenständlich und mal abstrakt, wie beim Meeresleuchten. Doch mit diesem, im Prozess befindlichen Ansatz, hat sie sehenswerte Exponate geschaffen, die den Leuten gefallen. Josef Beuys war ein Verfechter von autodidaktischem, künstlerischem Ausdruck, weil er daran geglaubt hat, dass in jedem Menschen ein Künstler steckt. Bei Erika Leusbrock dürfen die Betrachter neugierig bleiben.

Beide zusammen haben eine lebendige Schau zusammengestellt. Außerdem steht die Inszenierung der Vernissage in einer Reihe mit den letzten Ausstellungseröffnungen in Steinfurt. Schöne Musik beflügelt. Unterschiedliche Erwartungen und Neugier auf die Werke sorgen für regen Austausch. So darf es weiter gehen.

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Die Schau ist im Huck-Beifang-Haus, Hahnenstraße 8, jeweils samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung (Telefon 0 25 52/45 69) zu sehen.



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