Di., 18.10.2016

Hans Jürgen Warnecke führt die Feierabendgespräche fort Spannung unterm Bosen

Seit fast zehn Jahren  gestaltet der Historiker Hans

Seit fast zehn Jahren  gestaltet der Historiker Hans Foto: Karl Kamer

Borghorst - 

Recht unterhaltsam, aber auch spannend und höchst interessant soll es am Donnerstagnachmittag (20. Oktober ) wieder werden, wenn sich der Borghorster Historiker Hans Jürgen Warnecke um 16.30 Uhr in der kleinen Stube des 1657 erbauten Leineweber- Haus am Buckshook unter den „Wiemen“ oder „Bosen“ setzt, um die Reihe der Feierabendgespräche des Heimatvereins Borghorst fortzusetzen.

Von Karl Kamer

Nachdem der Verein 2004 das Haus Buckshook 4 gekauft hatte und die Sanierung 2007 abgeschossen war, begann Warnecke, fast auf den Tag genau 350 Jahre nach Errichtung des denkmalgeschützten Hauses, mit seiner Gesprächsreihe. Krankheitsbedingt musste die Vortragsfolge, die im Programm des Heimatvereins schon länger angekündigt war, leider mehrmals verschoben werden. Die nächsten drei Abendgespräche haben Aspekte der Geschichte des Stiftes und der Nikomedes-Kirche zum Inhalt.

Das Thema am morgigen 20. Oktober lautet „Neubau des Herrenchors der Stiftskirche 1530-1532“. Bauherrin war die Äbtissin Agnes von Diepholz (1505-1532). Nach der im Stiftsarchiv vorhandenen Baurechnung wird auch ein Schützenfest auf dem Hof Eschmann in Wilmsberg erwähnt, an dem die Bauleute des Herrenchors teilnehmen durften.

Beim Abendgespräch am 27. Oktober, wiederum um 16:30 Uhr, wird Warnecke über „Das Abtei-Gebäude und seine Gemächer“ zur Zeit der Äbtissin Jacoba von Tecklenburg (1533-1563) sprechen. Jacoba war protestantisch wie vielleicht auch ihre Vorgängerin. Ihre Bestätigung im Amt erhielt Jacoba vom damaligen Erzbischof von Magdeburg Albrecht von Brandenburg. Er war ein berühmter Humanist und wegen seines Ablasshandels der Hauptgegner Martin Luthers.

Am 3. November ist das Thema „Der Neubau der Abtei“. „Es war ein kluger Schachzug der Äbtissin Agnes von Limburg (1603-1645) mitten im 30-jährigen Krieg, das alte Abteigebäude abreißen zu lassen und nach und nach durch einen Neubau zu ersetzen“, meint Warnecke. „Die Truppen beider Kriegsparteien, die immer wieder in Borghorst einfielen oder nur durchzogen, konnten sehen, dass das Stift eine einzige Baustelle und für die Soldaten nichts zu holen war“. Über den Fortgang der Bauarbeiten wird man durch die Jahresrechnungen des Stifts umfassend informiert.

Agnes von Limburg war eine ungemein tatkräftige Frau. Sie war gleichzeitig auch Äbtissin in Elten, Vreden und Freckenhorst. Ihrer vorbildlichen katholischen Amtsführung ohne jeden gegenreformatorischen Eifer ist es zu verdanken, dass alle vier von ihr regierten Stifte am Ende des 30jährigen Krieges wieder fest im katholischen Glauben verankert waren.

Jeder, der Warnecke kennt, weiß dass sich der Historiker nicht an den selbst gesetzten Themen halten, sondern wieder von „Höcksken aufs Stöcksken“ kommen und auf alle Fragen eingehen wird. Erst dadurch sind die Feierabendgespräche so aufschlussreich geworden.



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