Mi., 19.10.2016

Student Manuel Jostmeier plant Energieversorgung für Asylbewerber-Unterkunft Photovoltaik und LED

Manuel Jostmeier (l.) beschäftigt sich mit der Frage, was bei der Energieversorgung einer Asylbewerber-Unterkunft zu beachten ist.

Manuel Jostmeier (l.) beschäftigt sich mit der Frage, was bei der Energieversorgung einer Asylbewerber-Unterkunft zu beachten ist. Foto: FH

Münster/Steinfurt - 

Was ist bei der Planung und dem Bau einer Asylbewerber-Unterkunft mit Blick auf die Energieversorgung zu beachten? Mit dieser Frage hat sich Manuel Jostmeier in seiner Bachelorarbeit bei der Firma BWE Ingenieurgesellschaft in Nottuln auseinandergesetzt – und ist damit zu einer alten Wirkungsstätte zurückgekehrt.

Denn vor Beginn seines Studiums am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik auf dem Steinfurter Campus der FH Münster hatte er bereits ein Vorpraktikum bei dem Unternehmen absolviert. Dort ist man von dem Jungingenieur so begeistert, dass im Anschluss an die Bachelorarbeit direkt ein Jobangebot folgte.

„Ich konnte zeigen, dass moderne LED-Lampen bei geeigneter Anordnung keine Verschlechterung der Lichtqualität im Vergleich zu Leuchtstofflampen mit sich bringen“, sagt der 22-Jährige. „Wichtig ist aber, dass mehr LED-Lampen eingesetzt werden, weil sie eher gerichtet strahlen, also in einem nur sehr kleinen Öffnungswinkel. Um trotzdem eine homogene Raumbeleuchtung zu erreichen, benötigt man mehr davon.“ Dennoch seien durch die hohe Energieeffizienz der LEDs Energieeinsparungen von rund 40 Prozent möglich.

Ein weiteres Ziel seiner Arbeit war die Dimensionierung einer Solarstromanlage auf dem Dach der Unterkunft. Dazu wurde in einer schon bestehenden Asylbewerber-Einrichtung der Strombedarf bei Tag und Nacht gemessen. „Völlig überraschend zeigten die Daten, dass der Strombedarf in der Nacht am größten war“, sagt Betreuer Prof. Dr. Konrad Mertens. „Erst nachträglich stellte sich heraus, dass gerade Ramadan war und daher hauptsächlich in der Nacht gekocht und gegessen wurde.“

Eine zweite Messung nach Beendigung des muslimischen Fastenmonats brachte dann das erwartete Ergebnis. Auf dieser Grundlage wurde anschließend die Planung der Photovoltaikanlage durchgeführt. „Da das Gebäude über große Dachflächen verfügt, kann etwa 40 Prozent des Stromverbrauchs durch die Solaranlage gedeckt werden“, freut sich Jostmeier. Auch Bernd Mesenbrock, Planungsingenieur bei BWE, zeigt sich mit den Ergebnissen zufrieden: „Die Bachelorarbeit ist ein wichtiger Grundstock für die nun folgende Realisierung der Unterkunft für Asylsuchende.“



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