Di., 29.11.2016

ASV Burgsteinfurt kämpft gegen Kraut im Seller See Kanadische Pest bedroht Gewässerökologie

In wasserfesten Wathosen und mit Mistgabeln bekämpfen die Angler die „Kanadische Wasserpest“ am Seller See.

In wasserfesten Wathosen und mit Mistgabeln bekämpfen die Angler die „Kanadische Wasserpest“ am Seller See. Foto: nix

Burgsteinfurt - 

Nur schemenhaft ist das Anglerboot „Hecht 1“ auf dem Seller See zu erkennen, Nebel wabert über der Wasseroberfläche. Bei dieser wenig einladenden Wetterlage haben Mitglieder des Angelsportvereins (ASV) Burgsteinfurt am Wochenende einen Sonderarbeitseinsatz zur Krautbekämpfung geleistet.

Im Laufe des Jahres erobert eine Pflanze mit Namen „Kanadische Wasserpest“ große Teile des Sees. Diesmal war es so arg, dass der SSG Stormvogel Steinfurt im Sommer seinen Nachwuchs nicht mehr effektiv auf dem 32 Hektar großen Gewässer ausbilden konnte. Man hätte um die Krautinseln herum einen Slalomkurs mit den Segelbooten steuern müssen.

Der ASV kümmert sich regelmäßig um Gewässerpflege, hält Uferanlagen in Ordnung, mäht dort den Rasen und anderes mehr. Arbeitseinsatzleiter Manfred Sontag und seine Angler-Kollegen erscheinen in wasserfesten Wathosen mit Mistgabeln und selbst gebauten Schwimmeggen. So rücken sie dem hartnäckigen Kraut zu Leibe. „Würden wir es wuchern lassen, käme es zu einem großen Fischsterben“, erläutert Sontag. Die Wasserpest entzieht dem See viel Sauerstoff, der den Fischen dann fehlt. Das Gewässer würde „kippen“. Außerdem: Würden die Angler nichts unternehmen, würde sich das Kraut schließlich bis auf den Grund absenken und diente dort als Dünger für eine neue Generation von Wasserpest.

Immer wieder werfen die Angler ihre Schwimmeggen ins Wasser, um das Kraut damit an Land zu ziehen. „Wind hätte es auch in Ufernähe getrieben, doch der fehlt heute leider“, so Sontag. Mit Mistforken türmen sie den Abfall am Ufer zu einem großen Haufen.

Wer sich berufen fühlt, etwas für die Umwelt zu tun, darf sich den Anglern gern bei der Gewässer- und Uferbereichs-Pflege anschließen. Mitstreiter sind stets willkommen. „Ich bin mittwochs ab 9.30 Uhr bis mittags auch als Ansprechpartner hier vor Ort“, so der Arbeitseinsatzleiter. Er hatte mit dem Vorstand auch die jüngste Aktion angeregt. Die Resonanz von Seiten der Vereinsmitglieder hätte ein wenig größer sein dürfen, denn die großflächige Verkrautung des Sees zu beseitigen bedarf zahlreicher helfender Hände.



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