Fr., 13.01.2017

Borghorster Frottierweberei Reygers Ein zweischneidiges Schwert

Olaf Huge schaut verhalten pessimistisch in die Zukunft. Er verspürt wie viele Kollegen zunehmend Druck von den Kunden, die Preise zu senken.

Olaf Huge schaut verhalten pessimistisch in die Zukunft. Er verspürt wie viele Kollegen zunehmend Druck von den Kunden, die Preise zu senken. Foto: ar

Frankfurt/Borghorst - 

In den Vorjahren brachte Olaf Huge seine Erwartungen an das nächste Geschäftsjahr häufig mit einem „verhalten optimistisch“ auf den Punkt. Für 2017/18 muss der Chef der Borghorster Frottierweberei Reygers die Diktion wechseln. Aus „optimistisch“ wird „pessimistisch“. „Es gibt viele auf dem Markt, die uns Lieferanten ausquetschen wollen wie eine Zitrone“, beschreibt Huge die Situation. Mit direkten Folgen für die Verhandlungen auf der weltgrößten Heimtextil-Messe: „Wir haben einigen Kunden gesagt, dass wir zu dem geforderten Preis nicht liefern können und wollen. Irgendwo muss auch mal Schluss sein.“ Denn: Die ständigen Forderungen nach sinkenden Preisen stehen tatsächlich steigende Kosten für sein Unternehmen gegenüber. Als Beispiel nennt Huge den Dollarkurs und die Transportkosten.

Von Axel Roll

Für den Lieferanten von Haustextilien im unteren Preissegment gewinnt der Online-Handel nach wie vor an Bedeutung. Olaf Huge : „Dort verzeichnen wir jedes Jahr Steigerungsraten im zweistelligen Prozentbereich.“ Ein durchaus zweischneidiges Schwert. Darunter leidet nämlich der Einzelhandel.

Die Maßgabe für das nächste Geschäftsjahr , das für Reygers traditionsgemäß im April beginnt, ist das Halten der Zahlen aus dem Vorjahr. An die Umsätze des vorvergangenen Jahres, befeuert durch den großen Flüchtlingszustrom, ist gar nicht zu denken. „Die Zahlen stabil zu halten, das wird eine Herkulesaufgabe“, weiß der Geschäftsführer schon heute. Auch wenn der Verlauf der Heimtex für das Unternehmen super war. Anders als bei den Borghorster Kollegen werden an den Tagen in Frankfurt die meisten Aufträge geschrieben. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen. „Auch wenn wir den einen oder anderen Kunden ziehen lassen mussten.“

Unverändert lässt Reygers vornehmlich in Pakistan , China und Indien produzieren. Aber auch Osteuropa wird wieder interessant. „Wegen der kürzeren Transportwege.“ 45 fest angestellte Mitarbeiter und drei Auszubildende zählt Reygers derzeit.



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