Mo., 02.10.2017

Studie zum Euregio-Schienenverkehr Grenzüberschreitende Betrachtungen

Die Zugverbindung Münster-Enschede stößt schon heute an ihrer Kapazitätsgrenzen. Ein zweigleisiger Ausbau zwischen Nordwalde und Altenberge sowie eine Elektrifizierung der Strecke könnten eine Lösung sein.

Die Zugverbindung Münster-Enschede stößt schon heute an ihrer Kapazitätsgrenzen. Ein zweigleisiger Ausbau zwischen Nordwalde und Altenberge sowie eine Elektrifizierung der Strecke könnten eine Lösung sein.

Kreis Steinfurt - 

Wie es gelingen kann, die städtischen und ländlichen Gebiete innerhalb des Euregio-Raumes möglichst effizient miteinander zu verbinden, das ist im Verlauf der Studio „SchienenRegion“ untersucht worden. Ziel ist es, zusätzliche Beförderungskapazitäten zu schaffen, Emissionen zu reduzieren und Energiekosten zu sparen. So sollen Lebensqualität, Geschäfts- und Investitionsklima sowie das Wachstum in den Grenzgebieten verbessert werden. Die Ergebnisse sind jetzt in Enschede vorgestellt worden. Mit dabei war Dr. Klaus Effing. Die dort angestellten Überlegungen könnten, so ist der Landrat überzeugt, „für die Infrastruktur bei uns im Kreis immens wichtig werden.“

Von Dirk Drunkenmölle

Effing bezieht sich mit seiner Einschätzung insbesondere auf Betrachtungen, die im Hinblick auf die Verbindung Zwolle-Enschede-Gronau-Münster angestellt worden sind. In diesem Zusammenhang hat ein Forschungskonsortium konstatiert, dass es viele Argumente gibt, um eine durchgängige Verbindung aufzubauen.

Allein auf der Strecke Münster-Enschede sind die Fahrgastzahlen in den vergangenen Jahren ständig gewachsen. Diese Zunahme hat bereits auf deutscher Seite zu Kapazitätsengpässen geführt. Mit der heutigen Infrastruktur sei es allerdings nicht möglich, Züge einzusetzen, die aus mehr als drei Triebwagen bestehen. Auf der Strecke zwischen Enschede und Gronau können aufgrund der begrenzten Bahnsteige sogar nur maximal zwei Triebwagen eingesetzt werden.

Ein möglicher Lösungsansatz für dieses Problem, so heißt es in der „SchienenRegion“-Studie, könnte unter anderem der zweigleisige Ausbau zwischen Altenberge und Nordwalde sein. Damit könnte die Strecke im Halbstundentakt bedient werden.

Darüber hinaus könnte anderes Zugmaterial, beispielsweise Doppelstock-Triebwagen, eingesetzt werden. Das setzt allerdings eine Elektrifizierung der Strecke voraus. Diese Umstellung wäre ohnehin für eine sogenannte Durchbindung der Züge von Zwolle nach Münster geboten, weil in der Provinz Overijssel aus ökologischen Gründen keine Dieseltriebwagen ab Ende des Jahres mehr eingesetzt werden.

Bau- und Planungskosten für eine Elektrifizierung dieses Abschnitts werden auf etwa 76 Mio. € geschätzt. Dafür würden nicht nur erhebliche Mengen COeingespart (- 32 %), sondern ließen sich auch 42 % Energiekosten sparen. Unterm Strich wären das etwa 860 000 €  im Jahr. „Die Strecke zwischen Deutschland und den Niederlanden, die auch viele Menschen bei uns im Kreis nutzen, würde somit deutlich an Qualität gewinnen“, freut sich Landrat Effing über die Ergebnisse der Studie.

Die „SchienenRegion“-Studie geht zudem auch noch auf die Intercity-Linie ein, die von Amsterdam über Hengelo und Osnabrück nach Berlin ebenfalls durch den Kreis Steinfurt verläuft. Ab 2023 will die Deutsche Bahn dort neue, komfortablere Reisezugwagen sowie neue Mehrsystemlokomotiven einsetzen. Effing begrüßt, „dass sich so auch die Reisezeit für Fernreisende verkürzt.“

Als weitere Maßnahme soll die Anbindung an den Flughafen Münster-Osnabrück durch die Einführung der RB 61, die ab Dezember Hengelo mit Bielefeld verbindet, verbessert werden. Über den Halt in Ibbenbüren hätten, so erklärt Effing in einer Pressemitteilung, auch die niederländischen Nachbarn die Möglichkeit, per Zug und Bus komfortabel zum FMO zu gelangen. Der Landrat weitet: „Für unseren Regionalflughafen ist das ein wichtiger Schritt, um auch internationale Märkte stärker zu erschließen.“

In der Studie werden nun weiterführende (fahrplantechnische, betriebs- und volkswirtschaftliche Untersuchungen) empfohlen. Zielzeitpunkt für eine Umsetzung ist Ende 2026.



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