Mi., 04.10.2017

Good Vibes: Konzert „Winterzauber“ Mitgliederschwund? Ein Fremdwort

Akribisch bereiten sich die „Good Vibes“ mit Dirigent Dietmar Schultz auf ihr Konzert „Winterzauber“ vor.

Akribisch bereiten sich die „Good Vibes“ mit Dirigent Dietmar Schultz auf ihr Konzert „Winterzauber“ vor. Foto: Axel Roll

Borghorst - 

Mitgliederschwund wie bei den meisten Männerchören? Davon ist beim Frauenchor „Good Vibes“ nichts zu spüren. Im Gegenteil, die Anzahl der Sängerinnen wächst. Und die fast 100 Frauen haben momentan gut zu tun: Sie bereiten sich auf ihr Konzert „Winterzauber“ am 2. Dezember vor.

Von Axel Roll

Dietmar Schultz achtet auch auf Feinheiten. „Ihr müsst vorausschauend singen. Erst auf die Noten gucken, dann aber nach vorne ins Publikum schauen“, rät der erfahrene Dirigent – obwohl jetzt bei der Probe gar keine Zuhörer im Saal sind. Das soll am 2. Dezember, natürlich ganz anders sein. Dann hoffen die Sängerinnen des Frauenchores „Good Vibes“, was übersetzt „Gute Schwingungen“ bedeutet, auf dicht gefüllte Stuhlreihen. „Die ganze Probenarbeit soll sich schließlich lohnen“, sagt Vorsitzende Elise Werner.

Seit März bereiten sich die fast 100 Mitglieder auf den großen Abend, der mit „Winterzauber“ überschrieben ist, akribisch vor. Bei hochsommerlichen Temperaturen „Leise rieselt der Schnee“ zu intonieren ist dabei eine ganz besondere Herausforderung.

Nach den obligatorischen Übungen zur Stimmbildung („fffff“, „pppp“, „kkkk“) und zum Auflockern – dabei hilft das Klatschen im vom Dirigenten vorgegebenen Rhythmus – nehmen sich die Damen „O Holy Night“ vor. Erster Sopran, zweiter Sopran, dann die Altstimmen (Dietmar Schultz: „Ihr seid jetzt die Background-Girls“), schließlich der gesamte Chor, der mit dieser Menge an Einzelstimmen schon eine beeindruckende Stimmengewalt an den Tag legt.

Mitgliederschwund wie bei den meisten Männerchören? Für „Good Vibes“ ein Fremdwort. „Wir sind mit 40 Frauen angefangen, jetzt kratzen wir an der 100er-Marke“, sagt Pressewartin Roswitha Walke. Gründe für diese offenbar geschlechtsspezifische Entwicklung? Auch der Dirigent kann da nur mutmaßen. „Männer sind einfach so.“ Die seien schwerer zu motivieren, redeten sich häufig raus: „Ich muss ja morgen früh wieder arbeiten.“

Die „Good Vibes“ nehmen außerdem für sich in Anspruch, bei der Musikauswahl den Zeitgeist zu treffen. Vorsitzende Elise Werner: „Darum haben wir jetzt auch beim Wintertraum-Konzert ein breit angelegtes Programm auf die Beine gestellt.“ Vom klassischen Weihnachtslied über Musical bis Pop und Rock sei alles dabei.

Die ungewöhnlich hohe Anzahl von Goldkehlen, die übrigens längst nicht alle aus Steinfurt kommen, stellt den Chor mitunter vor außergewöhnliche Probleme. So mussten sie im Mai die Proben-Lokalität aus Platzgründen wechseln. Seitdem singen sie jeden Mittwochabend im Kulturhof Raestrup – und fühlen sich dort im Grünen pudelwohl. Roswitha Walke: „Nicht zuletzt, weil uns Jürgen Raestrup jeden Wunsch von den Augen abliest.“

In den acht Jahren, in denen es die „Good Vibes“ schon gibt, haben die Mitglieder Freundschaften zu anderen Musikgruppen geknüpft. So hat der Chor am 2. Dezember die Big Band der Musikfabrik zu Gast. Das Orchester wird mit den Sängerinnen zusammen, aber auch alleine spielen. Im Januar, wenn der Musikverein Friedensklang sein Konzert gibt, bereichert der Damenchor das Programm. Gute Schwingungen haben schließlich noch keinem Konzert geschadet. . .

Zum Thema

Für das Konzert „Winterzauber“ sind Karten zum Preis von zwölf Euro ausschließlich im Büchereck an der Münsterstraße 30 erhältlich. Es findet statt in der Mensa des Borghorster Gymnasiums, Einlass ist um 18 Uhr, Beginn um 19 Uhr.



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