Do., 05.10.2017

Einmal Weihnachten in Deutschland feiern Von der Metropole aufs Land

Imelda ist für zehn Monate in Steinfurt. Vor ihrem Abflug gab es noch ein Selfie mit ihren Freunden (oben), bevor es mit ihren Gastschwestern nach Borghorst ging (rechts).

Imelda ist für zehn Monate in Steinfurt. Vor ihrem Abflug gab es noch ein Selfie mit ihren Freunden (oben), bevor es mit ihren Gastschwestern nach Borghorst ging (rechts). Foto: Privat

Imelda Au Yeung Wai Ching wohnt eigentlich in Hongkong. Die Chinesin ist nun für 10 Monate in Deutschland, genauer in Steinfurt. Sie möchte nicht nur gerne die deutsche Sprache lernen, was sich als sehr schwierig herausstellt, sondern auch gerne mal ein richtiges Weihnachtsfest miterleben.

Circa 9000 Kilometer trennt die chinesische Metropole Hongkong vom ländlichen Steinfurt. Diese Strecke hat Imelda Au Yeung Wai Ching hinter sich gelassen, um für knapp ein Jahr Deutschland und vor allem Steinfurt kennen zu lernen. Jugendfrei hat sich mit der Chinesin getroffen.

WN: Hallo Imelda, vielen Dank, dass du Dir Zeit nimmst, mit uns ein Interview zu führen. Als erstes würde ich gern wissen, wie dein Leben in Hongkong aussieht?

Imelda: Ich lebe mit meiner Familie in einer kleinen Wohnung im 24. Stock. Ein eigenes Zimmer habe ich nicht, das teile ich mir mit meinem älteren Bruder, weil der Mietpreis in Hongkong sehr hoch ist. Meine Schule ist das Hong Kong University Graduate Association College. In meiner Freizeit fahre ich gerne Pennyboard oder laufe durch Hongkongs Straßen und höre die neuesten Sounds und Lieder der Straßenmusikanten. Straßenmusik ist eigentlich illegal in China, doch es sind viele Musikanten auf den Straßen unterwegs und spielen. Meine Lieblingsband ist „Redhousehk“. Das ist eine lokale Rockband aus China.

WN: Wie sieht Dein Schulalltag aus und was ist daran anders als der Unterricht Deutschland?

Imelda: In Hongkong beginnt die Schule für mich um 8.40 Uhr, obwohl ich schon um 8.25 Uhr da sein muss. Schulschluss immer um 15.20 Uhr. Mein Lieblingsfach ist Erdkunde. In einer Klasse sind 31 bis 33 Schüler und in meiner Stufe gibt es, wie in jeder, fünf Klassen. Anders als in Deutschland haben wir in Hongkong Schuluniformen. Insgesamt gibt es drei, eine für Sport, eine Alltagsuniform und eine formelle für bestimmte Tage. Der Unterricht in Deutschland ist sehr viel entspannter als bei mir zu Hause. In China bekommen wir nach der Schule noch viele Hausaufgaben auf, dass ich meistens bis Abends keine Freizeit habe. Die Schulwege unterscheiden sich auch von einander. Hier fahren alle mit dem Fahrrad zur Schule. In Hongkong ist es viel zu voll für Fahrräder, deswegen hab ich nie Radfahren gelernt und laufe deswegen meistens zur Schule.

WN: Warum bist du gerade nach Deutschland gekommen?

Imelda: Vor zwei Jahren war eine Austauschschülerin aus Essen in meiner Schule und ich fand es sehr interessant, was sie alles über Deutschland erzählt hat. Deswegen wollte ich auch ein Auslandsjahr machen. Zudem möchte ich gern die deutsche Sprache lernen, dafür besuche ich zweimal pro Woche einen Deutschkurs in Münster. Doch die deutsche Sprache ist schwer, vor allem die Artikel machen mir zu schaffen, die gibt es in der chinesischen und englischen Sprache nicht. Am meisten freue ich mich aber auf Weihnachten hier in Deutschland, weil ich gehört habe, dass es hier groß gefeiert wird. Ich bin zwar katholisch, doch in Hongkong gibt es keine richtige Weihnachtsfeier. Wir haben andere Feiertage wie „Chinese New Year“ oder den Brauch, dass ein Hochzeitspaar Geld an Kinder in kleinen roten Boxen verschenkt.

WN: Warum bist du nach Steinfurt gekommen? Konntest du Dir die Stadt aussuchen?

Imelda: Nein ich konnte nicht wählen. Ich bin mit einer Organisation hier und die hat mich in Borghorst untergebracht. Aber Borghorst ist schön. Durch die Schülerin aus Essen war ich etwas vorbereitet, dass hier alles anders ist, aber es hat mich schon gewundert, dass viele Familien hier ein eigenes Haus besitzen und sie so groß sind, das kannte ich vorher nicht. Auch das Essen ist ganz anders, aber es schmeckt mir sehr gut. Auch der erste Eindruck von den Leuten hier war gut. Aber es ist schwierig für mich, dass alle deutsch sprechen, vor allem im Schulunterricht.

WN: Was wünscht du Dir für die Zukunft?

Imelda: Oh, in der Zukunft möchte ich einen eigenen, kleinen Laden haben und Süßigkeiten und anderen Kleinkram verkaufen. Aber am meisten freue ich mich erstmal auf Weihnachten.

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