Fr., 06.10.2017

Brand auf dem Gelände Kock Brandeinsatz zieht sich über Stunden

Ein fast schon gewohntes Bild: Feuerwehrkameraden beim Löscheinsatz auf dem Areal Kock. Im August 2015 hatte es dort zuletzt gebrannt.

Ein fast schon gewohntes Bild: Feuerwehrkameraden beim Löscheinsatz auf dem Areal Kock. Im August 2015 hatte es dort zuletzt gebrannt. Foto: Jens Keblat

Borghorst - 

Zum zweiten Mal in gut zwei Jahren hat es auf dem Gelände von ehemals Arnold Kock in Borghorst einen Großbrand gegeben: Am Donnerstagabend wurde die Wehr aufgrund einer „unklaren Rauchentwicklung“ alarmiert. Schnell beendet war der Einsatz aber nicht. Im Gegenteil: Erst am Morgen danach gab es Entwarnung.

„Einfach alles kontrolliert abbrennen lassen!“ – Nach dem Brand auf dem Gelände von ehemals Arnold Kock in Borghorst war im sozialen Netzwerk Facebook manch launiger Kommentar zu lesen. Kein Wunder: Erst im August 2015 hatte es auf der Industriebrache, die seit Jahren dem Zerfall preisgegeben ist und dessen städtebauliche Wiederbelebung sich verzögert, zuletzt gebrannt. Seinerzeit war das Verwaltungsgebäude betroffen, wovon der verkohlte Dachstuhl noch heute zeugt.

Am Donnerstagabend stieg nun erneut Rauch auf dem Areal auf. Gegen 18.30 Uhr war die Feuerwehr alarmiert worden. Bereits kurz nach dem Eintreffen musste Einsatzleiter Mark Telgmann feststellen, dass es sich nicht, wie zunächst angenommen, um einen schnell zu löschenden Kleinbrand handelt. Aus diesem Grund wurde am frühen Abend zunächst innerhalb der Steinfurter Wehr nachalarmiert, später stießen noch weitere Kameraden der Feuerwehren Ochtrup und Emsdetten hinzu.

Fotostrecke: Feuer in alter Fabrik in Steinfurt

„Der Brand war sehr komplex und konzentrierte sich im Gegensatz zur Situation vor zwei Jahren dieses Mal auf den Bereich der ehemaligen Produktionshallen“, betonte Feuerwehrchef Dirk Telgmann im Gespräch mit dieser Zeitung. Ein direkter Löschangriff mit Kameraden, die in den einsturzgefährdeten Hallen zum Feuer vordringen, sei nicht möglich gewesen, beschreibt Telgmann die Herausforderungen.

Somit startete die Wehr den Angriff von außen: Dank der Unterstützung der externen Kräfte waren drei Drehleitern im Einsatz. Trotzdem dauerte es Stunden, bis auch die letzten Glutnester erstickt waren. „Wir haben unseren Einsatz erst gegen 10 Uhr am Freitag beenden können“, berichtet Telgmann. Zuvor habe man mit einer Drohne Luftaufnahmen gemacht, um sicher gehen zu können, dass das Feuer nicht wieder aufflammt. Telgmann: „Erfreulicherweise hat uns das Wetter am Morgen in die Karten gespielt, sonst hätte der Einsatz womöglich noch länger gedauert.“

Hinzugezogen war zwischenzeitlich auch ein Statik-Experte des Technischen Hilfswerks, berichtet der Wehrleiter weiter. Dieser sollte abschätzen, wie groß eine Gefahr durch einstürzende Gebäudeteile sein könnte. Zudem vor Ort war eine Gruppe des Deutschen Roten Kreuzes, das am späten Abend für die Verpflegung der zahlreichen Einsatzkräfte sorgte.

Wie es zu dem erneuten Brand in der leerstehenden Fabrik kommen konnte, blieb auch nach Einsatzende zunächst unklar. Die Polizei ermittelt. Die Vermutung liegt nah, dass es sich wiederum um Brandstiftung handeln könnte.



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