Mo., 06.11.2017

Liedekerke vor dem Partnerschaftstreffen Buch über Steinfurt ist ausgeliehen

Franziska Niehues (l.) fragt in der Bücherei von Liedekerke nach: „Gibt es bei Ihnen auch Bücher über Steinfurt?“ Es gibt.

Franziska Niehues (l.) fragt in der Bücherei von Liedekerke nach: „Gibt es bei Ihnen auch Bücher über Steinfurt?“ Gibt es. Foto: Axel Roll

Steinfurt/LIedekerke - 

Franziska Niehues macht die Probe aufs Exempel und fragt: „Heeft de Bib ook boeken over Steinfurt?“ Die nette Bibliotheksangestellte benötigt einen kurzen Blick ins elektronische Inhaltsverzeichnis – und kann der stellvertretenden Leiterin des Fachdienstes Innere Dienste der Steinfurter Stadtverwaltung tatsächlich ein Buch über die Partnerstadt im reichhaltigen Leseangebot der Liedekerker Stadtbücherei präsentieren. „Das neue Rathaus der Kreisstadt Steinfurt“ lautet der Titel. Hineinschauen kann Franziska Niehues aber nicht. Das Buch ist nämlich gerade ausgeliehen. . .

Von Axel Roll

Rita Van Vaerenbergh weiß sofort, wer sich den 40 Jahre alten Schmöker ausgeliehen hat. „Das muss ein Mitglied unserer Reisegruppe sein, das sich vor der Fahrt nach Steinfurt umfassend über die Partnerstadt informieren möchte.“ Am 9. und 10. Dezember werden 27 Liedekerker den 360 Kilometer langen Weg antreten, um die von Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer vor zwei Jahren ausgesprochene Einladung anzunehmen (diese Zeitung berichtete ausführlich).

Die Liedekerker nehmen die Partnerschaft offensichtlich sehr ernst. Das spürt Franziska Niehues, die vier Wochen vor dem offiziellen Besuch in Liedekerke die letzten organisatorischen Feinheiten bespricht. Gleichwohl haben die gastfreundlichen Belgier das selbe Problem wie ihre deutschen Freunde. Rita Van Vaerenbergh: „Uns fehlt leider der Nachwuchs. Es wächst zu wenig nach.“

Es gibt aber Hoffnung. So sind unter den Steinfurt-Fahrern auch einige Vertreter von Jugendorganisatoren der flämischen 12 000-Einwohner-Gemeinde. Sie wollen in Steinfurt Kontakt zu Gleichgesinnten knüpfen. Der Beginn neuer Freundschaften?

Rita Van Vaerenbergh ist Vorsitzende des Liedekerker Partnerschaftskomitees und damit eine Frau der ersten Stunde. Auch sie muss sich in Zeiten der offenen Grenzen immer wieder der Frage stellen, ob solche Städtefreundschaften, die vor mehr als 40 Jahren im Zuge der ersten Europa-Euphorie gegründet wurden, überhaupt noch zeitgemäß sind. Für sie steht fest: „So ein Austausch ist immer noch die beste Möglichkeit, fremde Länder besser und damit intensiver kennenzulernen als es jeder noch so lange Urlaub ermöglicht. „Der Schlüssel dazu ist allerdings, dass sich die Partner auf privater Ebene begegnen. Dafür ist es notwendig, dass die Beteiligten sich in den Familien besuchen und nicht einfach im Hotel übernachten.“ Ihre Erfahrungen haben immer wieder gezeigt, das Belgier und Deutsche eine Menge voneinander lernen können. Ein Thema könnte für das Treffen im Dezember damit schon vorgezeichnet sein. Der Jugendrat. In Liedekerke gibt es das schon lange, zeitweise sogar mit einem eigenen Bürgermeister. In Steinfurt haben die ersten Anläufe noch nicht so richtig geklappt. . 



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