Di., 07.11.2017

Gelungene Globalisierung im Kleiderbasar Das gute Gefühl, Sinnvolles zu tun

Ansprechpartner mit viel Erfahrung: Karin Stampe (v.l.), Marion Schroer und Maja Zweihoff vom Basarteam helfen gerne bei der Auswahl der Kleidung – und erfahren auch viel über die Lebenssituation der Besucher.

Ansprechpartner mit viel Erfahrung: Karin Stampe (v.l.), Marion Schroer und Maja Zweihoff vom Basarteam helfen gerne bei der Auswahl der Kleidung – und erfahren auch viel über die Lebenssituation der Besucher. Foto: cm

BurgSteinfurt - 

Günstige Kleidung nützt Käufern in Burgsteinfurt und Behinderten in Peru gleichermaßen

Von Claudia Mertins

Wenn ein Syrer in Burgsteinfurt durch den äußerst günstigen Einkauf von Kleidung ein Hilfsprojekt in Peru unterstützt, kann man das gut und gerne gelungene Globalisierung nennen. Zugleich ist es eine Win-Win-Situation für die Käufer auf der einen und die Christa-Maria-Stark-Stiftung auf der anderen Seite (der Erde). Aber auch die ehrenamtlichen Helferinnen des Kleiderbasars der Evangelischen Kirchengemeinde profitieren von dem Handel, den sie mit gespendeter Kleidung ermöglichen. Es ist das gute Gefühl, sehr sinnvolle Arbeit zu leisten und die Freude am Kontakt mit den Menschen, die sie damit seit 35 Jahren unterstützen.

„Ganz am Anfang, noch im Hewenshof, gab es nur Kinderkleidung“, erinnert sich Maja Zweihoff. Dann hatte der Kleiderbasar sein Domizil jahrelang im Keller des Martin-Luther-Hauses und erweiterte das Sortiment auf Damen- und Herrenbekleidung, Bettwäsche, Handtücher, Gardinen und Tischwäsche. Heute findet man den Basar an der Bahnhofstraße 20, im selben Gebäude wie die Steinfurter Tafel. „Ein Großteil unserer Kunden sind auch Nutzer der Tafel, aber nicht nur, denn für den Erwerb der Kleidung ist kein Berechtigungsschein nötig“, erklärt Marion Schroer, die seit zwei Jahren im Team ist. „Und auch, wenn es Basar heißt, gehandelt wird nicht“, erklärt Karin Stampe, die oft das Kassieren übernimmt. „Wir verkaufen die gespendete Kleidung sehr günstig, ein Pullover kostet beispielsweise nur zwei Euro, da wollen wir nicht noch weiter handeln. Außerdem müssen die Menschen aus anderen Kulturkreisen lernen, dass das Verhandeln um Preise in Deutschland nicht üblich ist. Und schließlich soll ja auch viel Geld für das Behinderten-Projekt in Cajamarca zusammenkommen.“

Neben dem Sortieren und Einräumen der Kleidung ist das ansprechbar sein die Hauptaufgabe der Frauen. Da sucht zum Beispiel ein junger Vater neue Sportsachen für seinen Sohn und schnell entwickelt sich ein Gespräch über die Situation der Migranten-Familie. Da viele Frauen des 20-köpfigen Teams seit der Gründung 1982 dabei sind und sich nun nach und nach aus Altersgründen zurückziehen, braucht der Kleiderbasar personelle Unterstützung. „Wir könnten gut fünf neue Helferinnen gebrauchen“, wünscht sich Marion Schroer und betont, dass die Arbeit mit einem Einsatz pro Monat überschaubar und gut planbar ist.

Wer also montags- beziehungsweise mittwochsnachmittags Zeit und Lust auf sinnvolle Arbeit in einem sehr netten Team hat, kann sich bei der Koordinatorin Helma Sallandt unter Telefon 0 25 51 / 83 40 70 oder 01 76 / 65 37 25 32 melden. Außerdem freuen sich die Ehrenamtlichen über gut erhaltene Kleidung, Schuhe und Bettwäsche. Die Öffnungszeiten des Kleiderbasars sind montags und mittwochs von 14.30 bis 16.30 Uhr.



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