Do., 09.11.2017

Partnerschaft muss gelebt werden – live Da versagen Facebook und Twitter

Gute Stimmung herrscht im Lokal „Appel“, als Max Roll (2. v l.) mit Marieke und Amira (v. r.) und dem Rest der Theatergruppe „JoMo“ sowie Pieter von „Chiro likert“ (3. v. l.) trifft und mit Ihnen über die Partnerschaft spricht.

Gute Stimmung herrscht im Lokal „Appel“, als Max Roll (2. v l.) mit Marieke und Amira (v. r.) und dem Rest der Theatergruppe „JoMo“ sowie Pieter von „Chiro likert“ (3. v. l.) trifft und mit Ihnen über die Partnerschaft spricht. Foto: Axel Roll

Wer an Belgien denkt, der wird unweigerlich Fritten, Waffeln, das Atomium oder unzählige Biersorten im Kopf haben. Für Steinfurt allerdings ist das 12 000 Einwohner große Liedekerke ein Mosaikstein, der nicht im Bild von Belgien fehlen darf. Die Partnerstadt etwas westlich von Brüssel pflegt seit 42 Jahren mit der Kreisstadt in Deutschland eine Städtepartnerschaft.

Rita Van Vaerenbergh ist Vorsitzende des Partnerschaftskomitees in Liedekerke. So stand sie auch bei der Organisation eines Treffens der  „Jugendfrei“-Redaktion mit Vertretern der wichtigsten Liedekerker Jugendorganisationen in der ersten Reihe. Ihre Befürchtungen, dass nur wenige junge Belgier ihrer Einladung folgen würden, war unbegründet. Der  „Appel“, eine der vielen gemütlichen Bierkneipen in der Gemeinde, war gesteckt voll. Und noch viel besser: Die Jugendlichen in der belgischen Partnergemeinde haben durchaus Lust auf Steinfurt. Spontan trugen sich einige ein in die Teilnehmerliste für die Fahrt am 9. und 10. Dezember nach Steinfurt.

„Wir wollen unbedingt nach Steinfurt, um dort ein Theaterstück aufzuführen“, hieß es direkt aus der Theatergruppe „JoMo“, als es um die Frage ging, ob sie sich einen regeren Austausch mit Steinfurt vorstellen könnten. Und die jungen Schauspieler stehen mit ihrer Meinung nicht alleine da. „Diese Partnerschaften sind schön, weil man viele Freunde treffen kann, die man sonst nie kennenlernen würde“, meint Michael Maes, 17 Jahre aus Liedekerke. „Außerdem wollen wir wissen, wie die Jugend ihre Zeit in Deutschland verbringt“, wirft Stinne van Damme, ebenfalls 17 aus Liedekerke, ein. Die Motivation innerhalb der Gruppen in Belgien ist also da. Was fehlt, das sind jetzt Ansprechpartner auf Steinfurter Seite. Die können sich im Steinfurter Rathaus an Franziska Niehues wenden. Die stellvertretende Leiterin des Fachdienstes Innere Dienste und IT ist selbst häufig in Liedekerke und steht für die Koordination und das Netzwerken bereit. Telefon 0 25 52/92 51 00, E-Mail: niehues@stadt-steinfurt.de.

Klar, die Frage musste ja kommen: Ist so eine Partnerschaft überhaupt noch zeitgemäß? Oder trägt sie einen Bart, der in den über 40 Jahren von hier bis zur belgischen Grenze gewachsen ist? In Zeiten von Facebook, Instagram und Co. mag das auf den ersten Blick so aussehen. Aber können wir per Mausklick ein anderes Land wirklich kennenlernen? Rita Van Vaerenbergh schüttelt energisch mit dem Kopf. „Im direkten Kontakt gewinnen die Teilnehmer an den gegenseitigen Besuchen ganz andere Einblicke.“ Häufig seien die gemeinsamen Interessen, die in Vereinen, egal, ob Kultur oder Sport, gebündelt werden, nur der Ausgangspunkt für mittlerweile langjährige Freundschaften. Im Falle des „Jugendfrei“-Besuchs wurde das junge Pflänzchen der ersten Kontaktaufnahme übrigens gleich am Abend mit ein, zwei belgischen Bieren begossen. Im „Appel“ gab es nämlich eine Jugendparty, zu der auch die Steinfurter Delegation eingeladen war. Auch dabei hätte eine Teilnahme über Skype nur halb so viel Spaß gemacht. . .



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