Fr., 10.11.2017

Ahnenforscherin Ingrid König Gewachsene Leidenschaft

Die Heimatforscherin mit einem kleinen Teil ihres Fundus: Ingrid König hat über die Jahre reichlich Material über die Lokalhistorie Burgsteinfurts gesammelt.

Die Heimatforscherin mit einem kleinen Teil ihres Fundus: Ingrid König hat über die Jahre reichlich Material über die Lokalhistorie Burgsteinfurts gesammelt.

Burgsteinfurt - 

Welche Vorfahren habe ich? Wie haben sie gelebt, welche Schicksale waren mit ihnen verbunden? Wo liegen überhaupt meine Wurzeln? Dass Ahnenforschung ein höchst spannendes Fach sein kann, hat Ingrid König schon früh erkannt. Noch keine 30 Jahre alt war die Sellenerin, als sie – inspiriert durch die auf dem elterlichen Bauernhof vorhandenen, in einer Holzkiste aufbewahrten Hofpapiere – im Stadtarchiv begann, die eigene Familiengeschichte aufzuarbeiten.

Von Ralph Schippers

Welche Vorfahren habe ich? Wie haben sie gelebt, welche Schicksale waren mit ihnen verbunden? Wo liegen überhaupt meine Wurzeln? Dass Ahnenforschung ein höchst spannendes Fach sein kann, hat Ingrid König schon früh erkannt. Noch keine 30 Jahre alt war die Sellenerin, als sie – inspiriert durch die auf dem elterlichen Bauernhof vorhandenen, in einer Holzkiste aufbewahrten Hofpapiere – im Stadtarchiv begann, die eigene Familiengeschichte aufzuarbeiten. Was Anfang der 1990er-Jahre bescheiden startete, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem richtigen Steckenpferd. Das schmucke Haus, das die heute 56-Jährige mit ihrem Ehemann in der Steintorfeldmark bewohnt, beherbergt gleich schränkeweise Archivmaterial – Artefakte nicht nur der eigenen Ahnen, sondern auch jede Menge Material, die die Lokalhistorie Burgsteinfurts dokumentiert.

„Als wir vor drei Jahren von unserem Hof in Sellen umgezogen sind, hat mein Mann mir gesagt, ich solle doch die alten Kisten aussortieren“, lacht die Burgsteinfurterin. Nein, das kam für sie überhaupt nicht infrage. Und so ist das Domizil der Königs so etwas wie ein kleines, zweites Stadtarchiv von Stemmert. Im Erdgeschoss gibt es einen eigenen Archivraum, der Schrank im Gästezimmer ist voller Akten und Dachboden sowie Garage dienen als zusätzliches Lager.

Ob historische Postkarten, Fotografien, Geschäftsprospekte, alte Tabakdosen, Kleiderbügel, Porzellan, bergeweise Zeitungsausschnitte und, und, und – wenn es einen Bezug zur Heimat gibt, sammelt Ingrid König nahezu alles. So richtig Schub hat ihr die Mitarbeit in der Gruppe „stenvorde.de“ gegeben, der sie sich Ende der 1990er-Jahre anschloss. „Willi Alff hatte damals einen Vortrag über Burgsteinfurter gehalten, die nach Amerika ausgewandert sind“, erinnert sich die 56-Jährige. Auch einige ihrer eigenen Vorfahren seien dabei gewesen, was sie bis dahin nicht gewusst hatte. „Ich wurde neugierig“, berichtet sie. Und als Alff sie später in die Geheimnisse der genealogischen Online-Recherche einwies, war die Begeisterung vollends entfacht.

Über die Jahre hat sich die Sellenerin zu einer wahren Expertin der jüngeren Heimatgeschichte Stemmerts entwickelt. Immer wieder ist ihr Wissen gefragt, wird sie im Hinblick auf das Schicksal von Familienangehörigen angesprochen. Sogar aus Übersee kommen die Anfragen – und oft kann Ingrid König, die über gute Kontakte in der lokalen Genealogie-Szene verfügt, auch tatsächlich helfen. „Das macht dann natürlich besonders Spaß“, berichtet sie.

Etwas wehmütig schaut sie auf die Zeit mit den „stenvorde.de“-Akteuren – allen voran Willi Tebben und Rudolf Kreienkamp – zurück. Anfang dieses Jahres hat sich die Gruppe aufgelöst (wir berichteten). Hintergrund waren nicht erteilte bzw. zurückgezogene Genehmigungen für die Veröffentlichung von Bildern und Texten im Internet. Zudem waren die Hauptverantwortlichen in die Jahre gekommen, private Probleme traten in den Vordergrund.

Was bleibt, ist die Erinnerung. Zum Beispiel an die vielbeachteten Ausstellungen, die zahlreichen Stammtische oder gut besuchten Vorträge. Besonders gerne blickt Ingrid König auch auf die Wim-Mulders-Abende zurück, bei denen über den niederländischen Maler, der über viele Jahre in Burgsteinfurt wirkte, diskutiert wurde.

Das Ende von „stenvorde.de“ bedeutet für die 56-Jährige aber nicht das Ende ihrer Forschungsleidenschaft. Derzeit widmet sie sich mit anderen Akteuren dem Festbuch, das zum 500-jährigen Bestehen des Schützenvereins Sellen-Veltrup im Jahr 2019 herausgegeben werden soll. Zudem ist sie auch bei Facebook aktiv, postet regelmäßig in der Gruppe „Aktuelles und Vergangenes für Stemmerter und Ex-Stemmerter“. Und im Stadtarchiv ist sie natürlich auch anzutreffen. Immer auf der Suche nach neuen, spannenden Informationen über ihre Vorfahren und über die Geschichte Stemmerts.

Zum Thema

Fotos, Dokumente, Artefakte – wer Ingrid König historisches Material zu Steinfurt zur Verfügung stellen möchte, kann sich telefonisch unter 0 25 51/3691 oder per E-Mail unter i.koenig@stenvorde.de an sie wenden.



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