Mi., 10.01.2018

Bismarckschule: Marihuana auf dem Schulhof

Die neue Vogelschaukel ist der Renner  – leider nicht nur bei den Bismarckschülern, sondern auch bei nächtlichen Trinkgelagen. Michael Barbato muss morgens oft erst einmal Flaschen, Scherben und Spritzen einsammeln.

Die neue Vogelschaukel ist der Renner  – leider nicht nur bei den Bismarckschülern, sondern auch bei nächtlichen Trinkgelagen. Michael Barbato muss morgens oft erst einmal Flaschen, Scherben und Spritzen einsammeln. Foto: Bernd Schäfer

Burgsteinfurt - 

Das Problem ist nicht ganz neu. Und schon gar kein exklusives der Bismarckschule: Immer öfter findet Hausmeister Michael Barbato bei seinem morgendlichen Rundgang über den Schulhof dort Alkohol und Zigarettenkippen, Glasscherben von zerbrochenen Flaschen und im schlimmsten Fall sogar Drogenspritzen.

Von Bernd Schäfer

„Gestern Morgen haben zwei Viertklässler ein Tütchen gefunden und zum Glück direkt einer Mutter übergeben“, erzählt Schulleiterin Claudia Borck. Bei der Untersuchung habe sich herausgestellt, dass in dem Tütchen Marihuana war, das wohl einer der nächtlichen Besucher verloren hat.

Die werden offenbar immer mehr. „Unsere neue Vogelschaukel ist der Renner“, sagt Claudia Borck mit einer Portion Ärger in der Stimme. Weil das aus Spendengeld angeschaffte Spielmittel nicht nur bei den Schülern, sondern eben auch bei Jugendlichen, die den Schulhof abends oder nachts als Treffpunkt nutzen, hoch im Kurs steht. „Die trinken hier und machen Sachen kaputt – morgens müssen wir Wodkapullen und Scherben wegräumen“, ärgert sich Michael Barbato.

„Wir hätten ja nichts dagegen, wenn die Jugendlichen sich einfach dort aufhalten würden“, erklärt die Schulleiterin. „Aber wenn dort Scherben und Drogen zurückgelassen werden, können wir nicht einfach nur zusehen.“

Woanders seien sie wahrscheinlich verjagt worden, vermuten Borck und Barbato, dass die nächtlichen Besucher vorher auf anderen Schulhöfen ihren Treffpunkt hatten – von denen mittlerweile aber einige videoüberwacht würden.

So weit ist es an der Bismarckschule noch nicht, lange war die Grundschule noch gut weggekommen. Das hat sich in den letzten Wochen und Monaten geändert: Einige Wände sind mit Graffiti beschmiert, dazu die achtlos weggeworfenen Alkoholflaschen und Drogenutensilien. Dabei ist der Schulhof eigentlich von den Nachbarhäusern aus gut einsehbar. „Wir wollen gleich mal los und die Nachbarn ansprechen“, hofft Michael Barbato, dass die Anwohner ein Auge auf das nächtliche Treiben haben werden. Auch die eingeschaltete Polizei habe zugesagt, die Schule verstärkt in die Streifentouren aufzunehmen. Wer Personen, die sich in den Abendstunden auf dem Schulhof aufhalten, bemerkt, solle sich nicht scheuen, dies bei der Polizei zu melden.

„Wir engagieren uns und wollen den Schulhof verschönern – und dann wird unsere Freude durch solche Umstände geschmälert“, bedauert Claudia Borck.



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