Mo., 05.02.2018

Brücke über den Göckenteich Die unendliche Geschichte

Der Bauhof ist an der Göckenteichbrücke häufiger Gast. Ständig wird ausgebessert, weil das Holz (kl. Foto) mittlerweile morsch ist.

Der Bauhof ist an der Göckenteichbrücke häufiger Gast. Ständig wird ausgebessert, weil das Holz (kl. Foto) mittlerweile morsch ist. Foto: Gudrun Niewöhner

Borghorst - 

Es ist so etwas wie die unendliche Geschichte – vom Borghorster Göckenteich. Die Brücke ist seit vielen Jahren morsch, sie ist nur durch ungezählte Einsätze des Bauhofs haarscharf an der Sperrung vorbeigeschlittert. Die letzte intensive Prüfung ihrer Standfestigkeit liegt jetzt vier Jahre zurück. Damals gaben ihr die Sachverständigen eine 3,5. Im Zeugnis für Brücken ist das die zweitschlechteste Note. Also quasi eine glatte Fünf. Versetzung, pardon Standfestigkeit gefährdet. Erich Wegjahn und seine Freunde kämpfen darum seit Jahren für eine Komplett-Sanierung. Sie werden allerdings noch weiter Geduld aufbringen müssen. . .

Von Axel Roll

Weder im Haushaltplan 2017 noch im aktuellen Etat ist auch nur ein Euro für die Brücken-Renovierung vorgesehen. So bleibt nur „business as usual“, sprich: Wenn es wieder gefährlich knirscht im Gebälk, muss der Bauhof ausrücken. Und kann er nicht mehr helfen, droht die Sperrung.

Die Göckenteichfreunde scharren natürlich ungeduldig mit den Hufen. Erich Wegjahn, der gesundheitlich bedingt eine Auszeit nehmen musste, hat in der Zwischenzeit schon wieder einiges an Spendengeldern eingesammelt für einen Neubau der Brücke.

Wie Wolfgang Spille als Fachdienstleiter für den städtischen Tiefbau erläuterte, hat er das Projekt wegen des temporären Rückzugs von Erich Wegjahn zwischenzeitlich beiseite gelegt. Er selbst ist nicht der große Freund einer Brücke, könnte sich auch gut einen Weg entlang des Göcken­teichufers vorstellen. „Und das ganze dann eingebunden in einen großen Rundweg, der Heinrich-Neuy-Museum, den Arnold-Kock-Park und die Kirche mit einbezieht“, so der Tiefbau-Experte. Ihm ist es aber wichtig, die Pläne gemeinsam mit Politik und Bürgern zu entwickeln. „Und wenn die Politik mir sagt, ich soll eine Brücke bauen, dann baue ich eben eine Brücke“, so der Fachdienstleiter.

Eine noch unter der Ägide des Technischen Beigeordneten Reinhard Niewerth verabredete Vorgehensweise sah vor, dass der Oberbau der Brücke komplett ausgetauscht wird und die hölzernen Standbeine im Wasser, die sogenannten Joche, stehenbleiben. So weit ist es aber wegen der knappen Finanzmittel der Stadt und anderer Schwerpunkte der Politik nicht gekommen. So wie es im Augenblick aussieht, kann frühestens im kommenden Jahr Bewegung in die Sache kommen, wenn zuvor bei den Haushaltsplanberatungen entsprechende Mittel in den Etat für 2019 tatsächlich eingestellt werden.



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