Fr., 09.02.2018

Übergang auf die weiterführende Schule Meistens einer Meinung

Auf welche Schule soll der Sprössling nach der Grundschule wechseln? Für die Eltern ist die Beantwortung dieser Frage nicht immer leicht.

Auf welche Schule soll der Sprössling nach der Grundschule wechseln? Für die Eltern ist die Beantwortung dieser Frage nicht immer leicht. Foto: dpa

Steinfurt - 

Wer kann besser beurteilen, in welcher weiterführenden Schulform ein Grundschüler am besten aufgehoben ist: Die Eltern oder die Lehrer? Genau diese Frage ist es, auf die ein neuer Vorstoß von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hinausläuft. Derzeit dürfen die Eltern entscheiden, ob ihr Kind nach dem vierten Schuljahr ein Gymnasium, eine Haupt-, Real- oder Gesamtschule besucht.

Von Bernd Schäfer

Wer kann besser beurteilen, in welcher weiterführenden Schulform ein Grundschüler am besten aufgehoben ist: Die Eltern oder die Lehrer?

Genau diese Frage ist es, auf die ein neuer Vorstoß von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hinausläuft. Derzeit dürfen die Eltern entscheiden, ob ihr Kind nach dem vierten Schuljahr ein Gymnasium, eine Haupt-, Real- oder Gesamtschule besucht.

Grundschullehrer geben zwar eine Empfehlung ab, die letzte Entscheidung liegt jedoch nicht bei ihnen. „Die Lehrer können eine sehr gute Einschätzung abgeben“, ist Anja Kronen überzeugt. Die Leiterin der Borghorster Marienschule ist sich sicher, dass die Lehrer jeden einzelnen Schüler sehr genau kennen.

Obwohl mit diesen Argumenten eine verbindliche Empfehlung eigentlich Sinn machen würde, hat Anja Kronen auch Zweifel an einer Rückkehr zu diesem System: „Die Empfehlung hat auch Stress verursacht.“ Nämlich dann, wenn Eltern ganz anderer Meinung darüber waren, auf welche Schulform ihre Sprösslinge gehen sollten.

Dabei zeige sich „definitiv in vielen Situationen“, dass die Empfehlung der Lehrer meist richtig sei. „Wir erleben immer wieder, dass Kinder von Eltern, die der Empfehlung nicht folgen, später die Schule wechseln müssen.“

Auch vor diesem Hintergrund ist es Claudia Bork wichtig, dass die Kooperation zwischen Eltern und Lehrern gut funktioniert. „Wir suchen viele Gespräche mit den Eltern“, sagt die Leiterin der Burgsteinfurter Bismarckschule. Damit funktioniere die Regelung mit den Empfehlungen aus ihrer Sicht ganz gut. „Meistens sind wir am Ende einer Meinung.“

So unproblematisch sie die aktuelle Situation auch sieht – eine Verbesserung sieht Claudia Bork in den verbindlichen Empfehlungen doch: „Die Position des Lehrers wird damit wieder gestärkt.“ Die habe in den vergangenen Jahren an Ansehen gelitten. „Dabei sind die Lehrer Spezialisten dafür, Kinder gut einzuschätzen.“

Immerhin gehe es bei der Wahl einer weiterführenden Schule nicht nur um Noten. „Es geht auch darum, wie weit die Kinder schon in Sachen Sozialkompetenz und Eigenverantwortung sind.“

Gerade im Bereich der Noten sieht Annika Elkmann eine Belastung für die Kinder.

Wenn die Ansichten von Eltern und Lehrern nämlich zu weit auseinander gehen, können die Kinder an einem dreitägigen „Prognoseunterricht“ teilnehmen, bei dem ihr Leistungsstand festgestellt wird. „Das ist eine große psychische Belastung für die Kinder“, warnt die kommissarische Leiterin des Grundschulverbunds Graf-Ludwig-Schule/ Willibrordschule. Und deswegen gebe dieser Probeunterricht oft nicht den tatsächlichen Leistungsstand wieder.

Insgesamt sei aber die Zahl derer, die ihren Nachwuchs für schlauer als die Schule halten, eher gering: „Der Großteil der Eltern folgt unserer Empfehlung.“



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