Fr., 09.02.2018

Dreigestirn an Weiberfastnacht unterwegs Die Wurst mit ohne Hände

Steinfurt, helau: Die Karnevalisten statten traditionsgemäß an Weiberfastnacht den Borghorster Kindergärten einen Besuch ab. Für das Dreigestirn ist das immer eines der Highlights der Session.

Steinfurt, helau: Die Karnevalisten statten traditionsgemäß an Weiberfastnacht den Borghorster Kindergärten einen Besuch ab. Für das Dreigestirn ist das immer eines der Highlights der Session. Foto: Axel Roll

Borghorst - 

Prinz Jörg erfasst die Aussichtslosigkeit seiner Lage mit einem Blick. „Das Ganze jetzt mit ohne Hände?“, fragt das Narren-Oberhaupt ungläubig in die grinsende Runde, während ihm helfende Kindergarten-Hände das kostbare Gewand aus blauem Samt und goldenem Brokat mit einem schlichtweißen und wenig figurbetonten Bettlaken verhüllen. Die Mitglieder des Karnevalskomitees mit Weiberfastnacht-Erfahrung wissen, was jetzt kommt: Der Cowboyhut, an dem an einem langen Band die kalte Knackwurst baumelt.

Von Axel Roll

Weniger zur Geschmacksverfeinerung, mehr als Spontan-Makeup ziert den fleischigen Snack eine Linie Ketchup. „Mit ohne Hände“ muss der arme Prinz die Wurst jetzt in gezielte Schwingungen versetzen, bis sie in seinem Mund landet. . . Jedes Jahr an Weiberfastnacht, wenn das Dreigestirn im D-Zug-Tempo die Borghorster Kindergärten besucht, ist dieses Spielchen im Awo-Kindergarten an der Schützenstraße eines der Highlights.

Fotostrecke: Mit dem Dreigestirn on Tour

Der Zeitungstanz am Oranienring ist aber auch nicht von schlechten Eltern. Schwofen auf der aktuellen WN-Ausgabe. Wozu eine Tageszeitung nicht alles gut sein kann. In jeder Musikpause schrumpft das Blatt allerdings um die Hälfte. Prinzessin Michaela muss erkennen: „Da wird Schuhgröße 42 zum Problem.“ Das aber elegant gelöst wird. Der kleine Tanzpartner darf mit seinen Clocks auf ihren Schuhen steppen.

Neun Kindergärten, drei Seniorenheime, erst das Pfarr-, dann das Rathaus und zum Abschluss die Damensitzung im Patriotenzelt – von Langeweile kann für Dreigestirn und Komitee an Weiberfastnacht keine Rede sein. An normalen Tagen muss der Zerri auf seine Tollitäten aufpassen. Heute ist es umgekehrt. Tobi bekommt vom Prinzenpaar immer wieder aufmunternde Schulterklopfer. Ihr Zeremonienmeister lag noch am Mittwoch mit Fieber im Bett. Todesmutig führt er trotzdem die Truppe von Saal zu Saal.

Pfarrer wissen was Narren wünschen: Darum haben Markus Dördelmann und Heinrich Wernsmann mit ihrem Team im Pfarrhaus Getränke kalt gestellt und eine kräftige Gulaschsuppe heiß gemacht. Vereinigten-Präsident Georg Hellmann zieht anerkennend seine Kappe: „Hier können wir mal ein bisschen durchatmen, bevor es gleich weitergeht.“

Die Karnevalisten haben ihrerseits eine Überraschung dabei. Vereinigten-Kassierer Ralf Winter winkt plötzlich mit einem Riesen-Scheck den Hausherren herbei. 222,22 Euro spendet das Karnevalskomitee für die sichere Aufbewahrung des Stiftskreuzes.

Und nicht nur das. Präsident Georg Hellmann gibt dem Pfarrer von St. Nikomedes einen Freibrief mit auf den Weg: „Was immer Sie für die Rückkehr des Stiftskreuzes planen, die Schützengesellschaften werden dahinter stehen.“

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