Do., 01.12.2016

125. Geburtstag Zeppelin Museum erinnert an Otto Dix

«Die Versuchung des heiligen Antonius» (l) und «Vanitas» von 1932. Felix Kästle

«Die Versuchung des heiligen Antonius» (l) und «Vanitas» von 1932. Felix Kästle Foto: Felix Kästle

Mit einer Sonderschau ehrt das Zeppelin Museum am Bodensee den vor 125 Jahren geborenen Maler Otto Dix. Alle Werke der Ausstellung stammen aus eigenem Bestand.

Von dpa

Friedrichshafen (dpa) - Das berühmte Werk «Vanitas» ist dabei, zahlreiche Frauenporträts und sogar Skizzen von später verschollenen Werken: Anlässlich des 125. Geburtstags von Otto Dix (1891-1969) am 2. Dezember zeigt das Zeppelin Museum in Friedrichshafen am Bodensee eine große Sonderschau über den Künstler.

Die Ausstellung umfasse Werke aus allen Schaffensperioden des Malers, sagte Kuratorin Ina Neddermeyer. Die Schwerpunkte der Schau unter dem Titel «Alles muss ich sehen» liegen auf den Themen Landschaft, Porträts, Akte, Städte, Krieg und Heilige.

So werden beispielsweise Skizzen aus dem Ersten Weltkrieg gezeigt, zu dem sich Dix freiwillig als Soldat gemeldet hatte. Der Maler sei fasziniert gewesen von dem «Naturereignis Krieg», sagte Neddermeyer. Er habe alle Extremsituationen sehen und auch am eigenen Körper erfahren wollen. Diese Grenzerlebnisse reflektierte Dix beispielsweise in seinem umfassenden Zyklus «Der Krieg» aus dem Jahr 1924. Mit der Hilfe von Fotos und Zeichnungen, die er während und nach den Jahren als Soldat angefertigt habe, habe der polarisierende Maler eine Art Superrealismus entwickelt, um seine Erlebnisse drastisch darstellen zu können, sagte Neddermeyer.

Die Bilder der Ausstellung stammen alle aus dem eigenen Bestand des Zeppelin Museums, wie Direktorin Claudia Emmert sagte. Das Haus besitze mit mehr als 400 Arbeiten - darunter Gemälde, Zeichnungen und Grafiken - eine der weltweit größten Sammlungen des Künstlers in öffentlicher Hand. Das bekannte Dix-Gemälde «Vanitas», das eine nackte junge Frau und dahinter schemenhaft einen alten Körper zeigt, ist eine Dauerleihgabe der Kulturstiftung der ZF Passau.

Otto Dix gilt als großer Realist und wichtiger Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Geboren wurde er 1891 in einem heutigen Stadtteil von Gera. Er studierte und lehrte an der Dresdner Kunstakademie, bis er 1933 von den Nationalsozialisten entlassen wurde. Sie diffamierten seine Werke als «entartete Kunst». Das habe den Künstler massiv getroffen, sagte Emmert. Daraufhin suchte Dix Zuflucht in Hemmenhofen am Bodensee, wo er sich unter anderem mit Landschaftsmalerei befasste. 36 Jahre lebte der Künstler in der Region - allerdings mit regelmäßigen Arbeitsaufenthalten etwa in Dresden. 1969 starb Dix mit 77 Jahren in Singen.



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