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Paid Content Branchentrend: Zahlungsbereitschaft für digitale Angebote steigt

Paid Content : Branchentrend: Zahlungsbereitschaft für digitale Angebote steigt

Auch der Musikstreaming-Service Spotify hat ein Abomodell. Foto: dpa

Mit der Einführung eines Bezahlangebots liegt die Münstersche Zeitung ganz im Trend. Bei immer mehr deutschen Tages­zeitungen gibt es digitale Abo-Modelle. Und immer mehr Leser sind bereit, für gute Inhalte einen angemessenen Preis zu bezahlen – wie auch für digitale Angebote der Musik- und Spiele-Branche.

Neue Trends haben schon immer Skeptiker auf den Plan gerufen. „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung“, hatte Kaiser Wilhelm II. einst prognostiziert . . . Auch bezahlten Medienangeboten im Internet haben Experten vor einigen Jahren noch kaum eine Chance eingeräumt. Inzwischen sieht das anders aus.

Hatten 2010 erst acht Tageszeitungen in Deutschland Bezahlmodelle für ihre Inhalte („ Paid Content“) eingeführt, so zählt der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) aktuell 120 Titel – Tendenz steigend. „Paid Content ist weltweit ein Wachstumsmarkt und wird immer mehr zum Branchenstandard“, sagt Holger Kansky, Referent Multimedia beim BDZV. Einige Titel, wie beispielsweise die „Braunschweiger Zeitung“ und die „Rhein-Zeitung“, haben ihr Gratisangebot bereits auf null begrenzt.

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Ich glaube, es gibt einen weltweiten Bedarf an vielleicht fünf Computern.

Thomas Watson als IBM-Vorsitzender im Jahr 1943

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Gleichzeitig steigt das Bewusstsein der Konsumenten, dass sich nur so langfristig Qualitätsjournalismus im Internet garantieren lässt. Die Bereitschaft, für professionell recherchierte, hochwertige und exklusive Inhalte nicht nur in gedruckten Zeitungen, sondern auch auf digitalen Plattformen einen fairen Preis zu zahlen, nimmt zu. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom hatte 2014 bereits jeder dritte Internetnutzer für redaktionelle Angebote im Web Geld ausgegeben, 22 Prozent der Befragten hatten ein Abo. Laut W3B-Report (eine der wichtigsten Meinungsumfragen im deutschsprachigen Internet) von 2013 lasen schon damals 33 Prozent aller Internetnutzer ihre Zeitungen und Zeitschriften nur noch digital.

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Bezahlangebote im Netz:Tageszeitungen, Musik und Spiele. Foto: dpa

In anderen Bereichen hat sich eine gelebte Bezahlkultur im Internet schon fest etabliert – vor allem bei Online-Spielen, Video-Diensten und Musikstreaming. Nach Zahlen des Deutschen Verbandes der Musikwirtschaft hat der Umsatz durch digitale Angebote auf diesem Feld bereits den Umsatz durch den Verkauf klassischer Tonträger überflügelt. Allen Prognosen zum Trotz. Wer hätte noch vor einigen Jahren beispielsweise einem Verkaufsmodell wie dem von Spotify Erfolgsaussichten eingeräumt, bei dem Abonnenten für Musik im Internet bezahlen, die sie nur hören können, aber nicht besitzen? Im Februar knackte Spotify nun die Grenze von 30 Millionen zahlenden Abonnenten.

Mehr als 45.000 digitale Abos bringt inzwischen die Süddeutsche Zeitung als einer der Vorreiter auf diesem Gebiet an die Leser, wie Online- und Digitalchef Stefan Plöchinger kürzlich sagte. Dabei habe er jahrelang selbst von Kollegen gehört: Paid Content wird in Deutschland nicht funktionieren . . .

Aber es haben sich ja schon ganz andere Experten mit Prognosen geirrt: „Ich glaube, es gibt einen weltweiten Bedarf an vielleicht fünf Computern“, hatte ein gewisser Thomas Watson 1943 prognostiziert – damals Vorsitzender von IBM.



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