Di., 29.12.2015

Ein Burgunder ehrt Janis Joplin Deutschland-Premiere bei „Jazz Inbetween“

Franck Tortiller kommt mit einem neunköpfigen Ensemble zum kleinen Jazzfestival nach Münster.

Franck Tortiller kommt mit einem neunköpfigen Ensemble zum kleinen Jazzfestival nach Münster. Foto: Tina Merandon

Münster - 

Überraschender, unkonventioneller Jazz von hohem Niveau – damit startet Münster seit vielen Jahren ins neue Jahr. Auch auf 2016 dürfen sich Musikfreunde freuen: „Jazz In­between“, das Intermezzo zwischen den großen dreitägigen Festivals, bringt drei profilierte Ensembles aus Europa nach Münster, die mit Stimme und Instrumenten für ganz unterschiedliche Stile und Klangfarben stehen. Mit dabei ist der Vibrafonist und Komponist Franck Tortiller, der mit seinem prominent besetzten neunköpfigen Orchester am 3. Januar im Theater eine Deutschland-Premiere feiert.

Franck Tortiller, 1963 geboren und aufgewachsen in einer Familie von Weinbauern im Burgund, gehört seit 30 Jahren zu den großen Jazzmusikern Frankreichs. Er war lange Mitglied im „Vienna Art Orchestra“, leitete das „Orchestre National de Jazz“ und hob das französische Festival „Jazz à Couches“ aus der Taufe. Für seine CD mit einer Hommage an die Volksmusik Frankreichs wurde er mit dem „Django d’Or“ für die beste Livemusik geehrt.

In Münster verneigt sich der Franzose mit orchestralem Sound vor einer Ikone der Hippie-Kultur: Janis Jop­lin, der „weißen schwarzen Bluesstimme“, die mit nur 27 Jahren an einer Überdosis Heroin starb. „Janis the Pearl“ heißt sein Projekt, dessen Musik 2012 bei dem französischen Label LCM erschienen ist. Zu hören sind Interpretationen der großen Joplin-Hits wie „Move Over“ oder „Piece of My Heart“, aber auch eigene Kompositionen in einer Rock-Freejazz-Soul-Folk-Mischung. „Die männliche Stimme von Bandmitglied Jacques Mahieux gibt den Stücken einen ganz eigenen Sound“, meint Fritz Schmücker, der die Formation in Belgien für sich entdeckte. „Die raue Stimme aus der Blues-Tradition konterkariert den ursprünglichen Sound und verleiht den Songs einen ganz neuen Ausdruck“, so der Leiter des Jazzfestivals.

An der Seite von Tortiller und Mahieux stehen weitere herausragende Protagonisten des europäischen Jazz auf der Bühne des Großen Hauses, unter ihnen der Schlagzeuger Patrice Héral. Er dürfte Festivalgästen bestens vertraut sein. Zuletzt wurde er im vergangenen Januar beim Premierenauftritt zusammen mit Jasper van’t Hof und Markus Stockhausen euphorisch gefeiert.

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