Fr., 23.09.2016

Fußball: 3. Liga Preußen-Trainer Steffen und die „harte Prüfung“ gegen Werder II

Zu viele Einschläge im Preußen-Tor: Keeper Max Schulze-Niehues streckt sich häufig vergeblich – wie hier in der Partie gegen Duisburg. Eins von vielen Problemen, die den Club in Schieflage brachten.

Zu viele Einschläge im Preußen-Tor: Keeper Max Schulze-Niehues streckt sich häufig vergeblich – wie hier in der Partie gegen Duisburg. Eins von vielen Problemen, die den Club in Schieflage brachten. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Ob die erhofften 5500 Zuschauer am Samstag wirklich an die Hammer Straße kommen, sei mal dahingestellt. Fest steht, dass alles andere als ein Sieg gegen Werder Bremen II den SC Preußen in noch viel größere Nöte in der 3. Liga stürzen würde. Das zuletzt desolate Schlusslicht kämpft um den Anschluss.

Von Thomas Rellmann

Zu einem Endspiel wurden in dieser Saison bereits einiges Partien des SC Preußen apostrophiert. Die meisten gingen verloren, ohne gravierende Konsequenzen nach sich zu ziehen. Am Samstag (14 Uhr), wenn Werder Bremen II an der Hammer Straße gastiert, wäre das womöglich anders. Nach dem unterirdischen 1:4 beim FSV Frankfurt könnte die Begegnung zu einem Finale um den Posten von Trainer Horst Steffen werden. Bessern sich Ergebnis und Leistung nicht merklich, wird es ganz eng für den Mann, der bei seinem Amtsantritt im Januar so viel Euphorie verbreitete und dessen Ausführungen über Fußball selbst in der gröbsten Krise so logisch und enthusiastisch klingen. Aber dem 47-Jährigen fehlen schon lange die Ergebnisse (23 Punkte in 25 Spielen) – und am Mittwoch sah er den absoluten Tiefpunkt.

„Natürlich frisst mich die Situation an. Ich bin sehr unzufrieden. Es ist eine harte Prüfung, die mich trifft“, sagt der 47-Jährige. „Aber es ist mein Job, damit umzugehen. Ich darf mich nicht beeinflussen lassen, sondern muss den Verstand einschalten, analysieren, die richtigen Schlüsse ziehen.“

Diese werden gegen die Hanseaten definitiv auch personeller Natur sein. Änderungen sind vorprogrammiert. Ole Kittner könnte sein Drittliga-Debüt im SCP-Dress feiern, auch weil Jeron Al-Hazaimeh (Prellung der Brustwirbelsäule) fraglich ist. Jesse Weißenfels plagen Schambeinprobleme, er wackelt ebenfalls. Ob Stéphane Tritz, der am Freitag wieder trainierte, und Amaury Bischoff ein Thema werden, ließ Steffen offen. Über den Ex-Kapitän sagt er: „Ich muss abwägen zwischen der Unbekümmertheit, die er mitbringen würde, weil er zuletzt fehlte, und der mangelnden Fitness.“ Varianten gäbe es viele, doch die zahlreichen Umstellungen fruchteten bislang auch zu selten. Allmählich treten daher einige Verfehlungen in der Kader-Planung ans Tageslicht. Manche mit Ankündigung (mangelnde Qualität und vor allem Quantität der Viererkette), andere überraschend (Führungskräfte, Aufbauspiel, Taktik). „Schwer zu finden“, so der Coach, sei einer, der vorangeht auf dem Rasen. Sportvorstand Carsten Gockel, der auch dieses Aufgebot natürlich mitverantwortet, möchte im Moment noch niemanden an den Pranger stellen. „Ich sehe nach dem achten Spiel noch keine Veranlassung, den Stab zu brechen, selbst wenn Fehler gemacht werden. Die Mannschaft ist stark verjüngt worden, der Umbruch war groß“, sagt der 43-Jährige. Und Steffen pflichtet ihm in diesem Punkt bei: „Wir hatten ja jetzt nicht noch irgendwo 300 000 Euro liegen, sondern mussten mit unserem Budget klarkommen.“ Auch wenn andere Clubs noch geringere Etats vorweisen, mussten die Preußen ihren Gürtel in diesem Sommer enger schnallen.

Dieses Thema wird in der Vorbereitung auf Werder keine Rolle spielen. Hoffnung macht dem Coach, dass sein Team nach der vorletzten desolaten Darbietung Mitte August in Großaspach (0:2) einen spielerischen Aufschwung verzeichnete. „In den Wochen danach haben wir uns ganz anders präsentiert“, sagt er und sieht seine Profis in der Pflicht. „Es gab keine Einzelgespräche, ich habe niemanden in den Arm genommen.“ Auch Gockel fordert unmissverständlich: „Wir müssen viel aggressiver zu Werke gehen. Das wollen wir sehen. Zwei Gelbe Karten in Frankfurt – das spricht Bände.“

► SCP: Schulze Niehues – Tritz, Kittner, Mai, Schwarz – Rizzi, Wiebe, Bischoff – Rühle, Grimaldi, Weißenfels 

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