Fr., 02.12.2016

Fußball: 3. Liga Seit 339 Minuten hält die Preußen-Abwehr dicht

Die Mauer steht: Stephane Tritz (von links), Danilo Wiebe, Ole Kittner, Jeron Al-Hazaimeh, Sebastian Mai und Michele Rizzi bei der Abwehrarbeit in Zwickau nach einem Freistoß der Hausherren.

Die Mauer steht: Stephane Tritz (von links), Danilo Wiebe, Ole Kittner, Jeron Al-Hazaimeh, Sebastian Mai und Michele Rizzi bei der Abwehrarbeit in Zwickau nach einem Freistoß der Hausherren. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Hält die Serie von Preußen Münster auch gegen das Spitzenteam aus Chemnitz? Am Freitag wird unter Flutlicht ab 19 Uhr gespielt, Benno Möhlmann Schützlinge haben dabei seit vier Partien nicht mehr verloren. Neben den drei Langzeitverletzten muss ein Vierter zuschauen.

Von Alexander Heflik, Ansgar Griebel

Nun ist es nicht so, dass der SC Preußen Münster generell ungern gegen den Chemnitzer FC antreten würde. In zehn Drittliga-Aufeinandertreffen, Münster und Chemnitz stiegen beide im Sommer 2011 auf, verlor der SCP nur zwei Mal. Die Heimbilanz über die Jahre – auch in der Regionalliga – ist noch besser: Sieben Siege, zwei Unentschieden und nur ein Erfolg des CFC in Münster. Also, wer an die Kraft der Zahlen und der Statistik glaubt, dem muss nicht bange sein um den SC Preußen am Freitag (19 Uhr) im Heimspiel gegen den Tabellendritten aus Sachsen.

Und dazu kommt noch der Flutlicht-Faktor, der in der Regel den einen oder anderen eher unentschlossenen Preußen-Anhänger an die Hammer Straße treibt in solchen Fällen. Mit 7000 Zuschauern wird gerechnet, wenn das Team von Trainer Benno Möhlmann versucht, die Erfolgsserie der letzten vier Partien (zehn Punkte) fortzuschreiben. Das letzte Punktspiel-Gegentor kassierte der SCP Ende Oktober beim 1:1 gegen Kiel, dann folgten drei Siege ohne Gegentreffer, seit 339 Minuten musste Schlussmann Max Schulze Niehues nicht mehr hinter sich greifen.

Trainer Möhlmann versucht sich dennoch an einer Art Spagat. Einerseits freut er sich über den Aufschwung, der auch durch Ergebnisse manifestiert wird. Andererseits sieht er viele Verbesserungspunkte. Auch wenn der SCP seit quälenden Monaten auf einem Abstiegsrang zuletzt durch das glückliche 1:0 in Zwickau auf Platz 17 vorrückte, gibt Möhlmann keine Entwarnung: „Wir müssen noch konstanter werden. Zum ­zurücklehnen gibt es keinen Grund. Anders als Zwickau wird Chemnitz nicht so viele Chancen gegen uns liegen lassen.“ Ersetzen muss er nur Sinan Tekerci, der eine Gelbsperre absitzt. Mehmet Kara könnte davon profitieren. Möhlmann meint aber grinsend: „Bis auf unsere Langzeitausfälle Scherder, Hoffmann und Grimaldi sind alle anderen bereit, gegen Chemnitz zu helfen.“ Personalnot ist das nicht.

►  Münster: Schulze Niehues - Tritz, Kittner, Mai, Al-Hazaimeh - Wiebe, Schwarz - Mangafic, Rizzi, Kara - Rühle.

Jahreshauptversammlung des SC Preußen Münster

Am 5. Dezember (Montag) findet die Jahreshauptversammlung des SC Preußen Münster statt. Unter anderem steht die Neuwahl des Aufsichtsrates an, aus dem sich eine Reihe langjähriger Mitglieder verabschieden werden. Darunter auch der aktuelle und erst seit Oktober im Amt befindliche Vorsitzende Fabian Roberg. Und wer wird sein Nachfolger? Wir berichten LIVE


Der Gegner im Check: Chemnitzer FC

Von Ansgar Griebel

Ausgangslage: Der Chemnitzer FC hat seit dem 16. Oktober nicht mehr verloren. Vier Siege und zwei Punkteteilungen ließen die Sachsen auf den dritten Tabellenplatz klettern. Mit 27 Saisontreffern stellt der CFC die effektivste Offensivabteilung – und ist zuletzt vor allem auf gegnerischen Plätzen auffällig häufig zum Torjubel angetreten – allerdings mit abnehmender Einschlags­frequenz: 4:2 in Magdeburg, 3:0 in Wiesbaden und zuletzt 2:1 in Erfurt.

Personal: In Chemnitz setzt man auf ein kampfstarkes Kollektiv – zumindest in der Theorie. In der Praxis sind es Anton Fink und Daniel Frahn, die den Club derzeit Höhenluft schnuppern lassen. Fink, zuletzt gegen Erfurt geschont, führt mit neun Treffern die Torschützenliste in Liga drei an, Frahn folgt mit acht Erfolgserlebnissen auf Rang drei. Sieben seiner acht Treffer erzielte der Ex-Leipziger in den letzten fünf Partien.

Trainer: Sven Köhler ist nicht gerade ein Reisender der Trainerzunft. Beeindruckende acht Jahre lang trainierte der 50-Jährige den Halleschen FC, ehe es ihn nach einen kurzen Schaffenspause im März 2016 wenige Kilometer weiter von Sachsen-Anhalt nach Sachsen zog. In Chemnitz ist Köhler derzeit unumstritten – gegen einen Aufstiegsplatz gibt es keine Argumente. 

Kuriosum: Sportlich ist in Chemnitz alles im grünen Bereich, knallrot leuchten dagegen die Finanzen: Über zwei Millionen Euro fehlen in der Vereinskasse. Die Alarmglocken haben die Stadt Chemnitz auf den Plan gerufen. Am 16. Dezember, extra erst nach dem Heimspiel gegen Jahn Regensburg terminiert, soll im Rat über einen Finanzausgleich als Entschädigung für die Auflösung eines Erbbaupachtvertrages in Höhe von 1,26 Millionen Euro entschieden werden. Stadt und Fußballverein ziehen an einem Strang. So geht es auch.



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