Fr., 29.09.2017

Fußball: 3. Liga Hoffen auf Grimaldi - Preußen erwarten im Kellerderby den VfL Osnabrück

Derbyzeit, Kampfkraft gefragt: Sebastian Mai (links) in einem früheren Kopfballduell – als klarer Sieger – gegen den Osnabrücker Anthony Syhre.

Derbyzeit, Kampfkraft gefragt: Sebastian Mai (links) in einem früheren Kopfballduell – als klarer Sieger – gegen den Osnabrücker Anthony Syhre. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Die bange Frage vor dem Derby: Wird Stürmer Adriano Grimaldi spielen? Am Samstag wird Preußen Münster im eigenen Stadion um 14 Uhr gegen den VfL Osnabrück antreten, die Zuschauer-Erwartung liegt dabei im fünfstelligen Bereich. Beide Teams woll ihre Krisen beenden.

Von Alexander Heflik

Und dann beginnt es doch wieder mehr zu kribbeln als gewöhnlich, wenn die Gegner SG Sonnenhof Großaspach oder SV Wehen Wiesbaden heißen. Entschuldigung, jetzt ist Derbyzeit, Preußen Münster erwartet den VfL Osnabrück, Anpfiff am Samstag um 14 Uhr durch Schiedsrichter Sven Jablonski aus Bremen.

Die Traditionsclubs, geschichtlich verbunden durch den westfälischen Frieden von 1648, haben es dieser Tage nicht leicht. Nach dem ersten Saisonviertel findet man sich praktisch Seite an Seite im Tabellenkeller wieder. Da gab es in den vergangenen sieben Jahren, die man gemeinsam in der 3. Liga verbrachte, schon deutlich spektakuläre Ausgangslagen. Osnabrück stieg 2011 aus der 2. Bundesliga in die Drittklassigkeit ab, Münster von der Regionalliga auf. Und stets gehörte mindestens eine der beiden Mannschaft zum Kreis der Spitzenteams oder zumindest zum Zirkel der Aufstiegsaspiranten. Das war gestern.

Heute versuchen der SCP und der VfL wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen. Platz 17 gastiert bei Rang 19, eine fürchterliche Konstellation für die Vereine. Natürlich glauben die beiden Trainer Benno Möhlmann und Joe Enochs an die reelle Siegchance an diesem 11. Spieltag. Was bleibt ihnen auch anderes übrig? Die eigene Anhängerschaft erwartet nichts anderes als drei Punkte. Und dem Verlierer, das ist in Stein gemeißelt, steht ein stürmischer Herbst bevor.

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Das Derby in dieser Situation gewinnt für beide Seiten noch ein bisschen an Brisanz.

Preußen-Trainer Benno Möhlmann

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Münsters Möhlmann sucht derweil weiter eine Formation, der er blind vertrauen kann. Es geht um eine Startelf, in der in der Regel bis auf eine, vielleicht zwei Positionen, alles vergeben ist. „Wir haben diese absolute Startformation in den letzte Wochen nicht gefunden“, sagt er. Immer wieder musste er in der so wichtigen Mittelfeldzentrale improvisieren. Simon Scherder, Danilo Wiebe, Michele Rizzi, Sandrino Braun und Nico Rinderknecht fanden sich auf der sogenannten Sechser-Position in irgendeiner Art und Weise wieder. Bislang fehlt die Kontinuität genau da, in dieser Schaltzentrale des Preußen-Spieles.

Es würde verwundern, wenn er in dieser wegweisenden Partie volles Risiko gehen und nur einen Mittelfeldspieler wie zuletzt mit Simon Scherder beim 0:2 in Jena aufs Feld schicken würde. Überhaupt will der 63-Jährige sich nicht in die Karten schauen lassen. Am Freitag um 14.30 Uhr wurde trainiert. Selbst die Personalie Adriano Grimaldi, der verletzte Kapitän fehlte schmerzlich in den letzten beiden Punktpartien gegen Aalen (1:1) und Jena, blieb bis zuletzt offen.

 

 

Der Gegner im Check

Ausgangslage: Die englische Woche verlief für die Osnabrücker ähnlich desaströs wie für die Preußen. Ein Punkt von neun möglichen, 1:3 Tore, Absturz auf Platz 17. In Münster muss der VfL den Trend und die sich anbahnende Krise aufhalten.

Personal: Der VfL muss gleich auf fünf Spieler verzichten. Vier Langzeitverletzte und der Gelb-gesperrte Christian Groß fehlen. Große personelle Experimente sind nicht geplant, dazu fehlen auch die Alternativen.

Der Trainer: Kaum ein Trainer in der 3. Liga hat so einen großen Rückhalt bei seinem Club wie Joe Enochs (46), er genießt Kultstatus. Enochs, gebürtiger Amerikaner, ist Rekordspieler des VfL, mit ihm wird langfristig geplant. Seit 82 Partien (September 2015) steht er in der Verantwortung.

Kuriosum: Der 31 Jahre alte Tim Danneberg, gebürtiger Mindener, hat beste Erinnerungen an Münster. Am 21. April 2012 schoss er beim 2:1-Sieg des SV Sandhausen beide Treffer. Der SVS stieg damit in die 2. Bundesliga auf. Nun wird Danneberg mit seinem 279. Einsatz zum Drittliga-Rekordspieler. Seine Mitbewerber Alf Mintzel (278 Spiele/SV Wehen Wiesbaden) und Robert Müller (277 Spiele/VfR Aalen) fallen an diesem Spieltag verletzt aus. Zwischenzeitlich war Münsters Ex-Kapitän Jens Truckenbrod mit 233 Drittliga-Partien Führender in diesem Ranking, er beendet aber 2015 seine aktive Laufbahn.

Überhaupt Jena: Diese so erschreckend schwache Partie des SCP, wurde zu Wochenanfang aufgearbeitet. Auch die Spieler waren aufgefordert, die Pleite zu erklären. Am Ende habe man aber „schnell die Ausrichtung nach vorne gefunden“, wie Möhlmann sagt. Die Osnabrücker dürfen kommen, der SCP ist bereit für dieses Derby.►  Tickets: 8500 Karten wurden im Vorverkauf abgesetzt, der VfL Osnabrück nahm sein Kontingent von 1500 Karten in Anspruch. Bereits um 11 Uhr wird der Gästebereich geöffnet, weil um kurz vor 11 Uhr ein Entlastungszug aus Osnabrück Münster erreicht. Die Preußen rechnen nun doch mit einer fünfstelligen Kulisse im 13. Drittliga-Derby zwischen Preußen Münster und dem VfL Osnabrück.►  Münster: Körber – Tritz, Schweers, Mai, Al-Hazaimeh – Braun, Rizzi – Rühle, Kobylanski, Heinrich – Grimaldi.



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