Sa., 30.09.2017

Fußball: 3. Liga Preußen Münster setzt VfL Osnabrück in denkwürdigem Derby mit 4:1 matt

Torjubel im Regen: Kobylanski und Kittner freuen sich über die komfortable Führung

Torjubel im Regen: Kobylanski und Kittner freuen sich über die komfortable Führung Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Die 13 ist weit mehr als eine Primzahl. Viele Menschen haben im Unterbewusstsein Angst vor dieser mystischen Zahl, weil sie hinter ihr eine Gefahr vermuten. Unglückszahl hin, Aberglaube her: Preußen Münster hat am Samstag seinen ganz eigenen Spuk mit dem VfL Osnabrück veranstaltet.

Von André Fischer

Im 13. Derby der beiden langjährigen Konkurrenten in Liga drei schossen die Platzherren die Lila-Weißen mit 4:1 aus dem Rund an der Hammer Straße und beförderten sie eindrucksvoll zurück ins benachbarte Niedersachsen. Traurig: In beiden Fanblöcken wurden etliche Rauchtöpfe gezündet, die den Deutschen-Fußball-Bund (DFB) einmal mehr auf den Plan rufen werden. Das dürfte teuer werden.

Seit sieben Spielen sieglos

Die Statistik ließ im Vorfeld Böses erahnen. Seit sieben Spielen waren die Preußen in der Liga sieglos, der letzte Erfolg datierte vom 2. August in Würzburg (1:0). Und weil Münster bislang nur 8,2 Prozent seiner Chancen nutzte, nur Erfurt ist mit einem Wert von 7,3 Prozent schlechter, konnte einem Angst und Bange werden.

Neue Formation bei Preußen

Münsters Trainer Benno Möhlmann hatte seine Formation nach dem dürftigen Auftritt in Jena gleich auf drei Positionen verändert. Für Lion Schweers rückte Ole Kittner in die Innenverteidigung, Sandrino Braun übernahm den Part von Simon Scherder auf der Sechs, Tobias Rühle durfte ganz vorne ran. Dort, wo es eigentlich Adriano Grimaldi richten sollte. Der Deutsch-Italiener stand nicht mal im Kader. Moritz Heinrich, in der Vorwoche noch in der ersten Elf, drückte die Bank.

Fotostrecke: Saison 2017/18 - 11. Spieltag: Preußen Münster - VfL Osnabrück

VfL Osnabrück ohne Konzept

Die Maßnahme, Kittner vor 9313 Zuschauern in die erste Elf zu beordern, sollte sich schon nach vier Minuten auszahlen. Michele Rizzi nahm bei der ersten Ecke für die Preußen genau Maß und zirkelte das Leder auf den Kopf des Abwehrspielers, der wuchtig zur Führung einköpfte. Münster 1, Osnabrück 0. Was für ein Auftakt. Osnabrück machte nicht die Anstalten, in der Folge etwas an dem Spielstand ändern zu wollen. Harmlos, ideenlos, planlos, der VfL hatte kein Konzept. Dafür Münster, Martin Kobylanski bediente in Minute 29 Tobias Rühle, der ebenfalls seinen Schädel hinhielt: 2:0. Völlig verdient.

Video-Interviews

Vor dem Derby:  Preußen Münster will Kehrtwende

Unmittelbar nach der Pause überschlugen sich dann die Ereignisse. Für einen Moment schien der Gast aus Osnabrück wieder im Spiel, als Schiedsrichter Sven Jablonski (Bremen) nach einem Foulspiel von Sebastian Mai am eingewechselten Marcos Alvarez auf den Punkt zeigte. Halil Savran ließ sich dieses Geschenk nicht entgehen und verkürzte auf 1:2 (48.). Das fünfte Tor von Savran in den letzten sechs Derbys. Guter, treffsicherer Mann.

Drei Mal Elfmeter in wenigen Minuten

Nur eine Minute später war dann die andere Seite Schauplatz eines Strafstoßes. Osnabrücks Tormann Marius Gersbeck fällte Rühle. Elfmeter. Martin Kobylanski trat an und setzte das Leder unhaltbar rechts unten in die lila-weißen Maschen (51.). Kurios: Abermals zwei Minuten später lag der Ball wieder auf dem Punkt. Der eingewechselte Furkan Zorba fuhr die Sense gegen Philipp Hoffmann aus. Klare Sache. Nicht aber für Kobylanski, der diesmal in Gersbeck seinen Meister fand. Das wäre die Vorentscheidung gewesen.

Die besorgte dann in Minute 83 Rico Rinderknecht, der mustergültig von Michele Rizzi bedient wurde. Münster macht einen Sprung auf Rang elf, während der VfL im Tabellenkeller auf Platz 19 erstarrt ist. Nicht unmöglich, dass Trainer Joe Enochs nach diesem blutleeren Auftritt seiner Jungs selbst die Konsequenzen zieht. Das 13. Derby kostet ihm möglicherweise den Job. Unglückszahl hin, Aberglaube her.

Stimmen zum Spiel

Preußen-Trainer Benno Möhlmann:

„Wir sind alle sehr froh. Wir haben das Derby in dieser nicht einfachen Situation als Chance gesehen. Die haben wir genutzt, wir waren mutig und engagiert, haben über 90 Minuten Druck gemacht. Das war sehr eindrucksvoll.“

VfL-Trainer Joe Enochs:

„Wir haben uns so viel vorgenommen. Nach vier Minuten kann man alles in die Tonne kloppen. Wir haben nur eine Chance in der ersten Hälfte, das ist zu wenig. Das 2:0 zur Pause geht vollkommen in Ordnung. Nach der Pause haben wir umgestellt und versucht, offensiver zu spielen. Der erste Elfmeter spielt uns in die Karten, der zweite Elfmeter für Münster bricht uns das Genick. So eine Niederlage im Derby tut richtig weh.“

Statistik:

Die Mannschaftsaufstellungen:

Preußen: Körber - Tritz, Kittner, Mai, Menig - Braun, Rizzi - Hoffmann (73. Al-Hazaimeh), Rinderknecht, Rühle (87. Heinrich) - Kobylanski (82. Stoll).

Osnabrück: Gersbeck - Falkenberg (46. Zorba), Appiah, Susac, Wachs - Krasniqi, Danneberg - Heider, Reimerink (46. Alvarez) - Savran, Iyoha (69. Tigges).

Tore: 1:0 Kittner (4.), 2:0 Rühle (29.), 2:1 Savran (48./FE), 3:1 Kobylanski (51./FE), 4:1 Rinderknecht (83.).

Zuschauer: 9313.

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