Do., 05.10.2017

Fußball: 3. Liga Die nächste Rechnung aus Frankfurt – Preußen und das Pyro-Thema

Schon vor dem Anpfiff loderte es gewaltig im Preußen-Block. Die Sanktion für diesen Vorfall erwartet der Verein in vier bis sechs Wochen.

Schon vor dem Anpfiff loderte es gewaltig im Preußen-Block. Die Sanktion für diesen Vorfall erwartet der Verein in vier bis sechs Wochen. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

2500 Euro Strafe für Pyro-Vorfälle im Spiel gegen Magdeburg – das wird dem wirtschaftlich angeschlagenen SC Preußen ganz und gar nicht schmecken. Seit dem Qualm-Auftritt der Ultra-Kurve im Derby gegen Osnabrück beherrschen die finanziellen Sanktionen des DFB für derartige Vorkommnisse für Debatten.

Von Thomas Rellmann

Das Verhältnis zwischen alter Führungsmannschaft und aktiver Fanszene war beim SC Preußen seit Jahren weitgehend vergiftet. Nach dem Neuanfang vor knapp einem Jahr mit Präsident Christoph Strässer und den Aufsichtsräten Frank Westermann und Walther Seinsch schien das Klima mit einem Schlag erheblich verbessert. Doch in den vergangenen Wochen haben sich die Dinge nun erneut verschärft.

Am Mittwoch flatterte dem Drittligisten mal wieder eine Rechnung ins Haus, die weh tut. Mit 2500 Euro belegte der DFB den SCP für das Vergehen seiner Fans. Das Übliche: Ein paar Rauchtöpfe wurden am 19. August im Spiel gegen den 1. FC Magdeburg gezündet. Nichts Wildes, eigentlich längst vergessen. Doch die Rechnung kommt trotzdem. Immer und immer wieder. Weit über 100 000 Euro haben Pyrotechnik und Co. die Preußen in den vergangenen vier Jahren gekostet. Ein Wert, der zumindest rein in der 3. Liga in dem Zeitraum seinesgleichen sucht. Schon früher sorgte das für Ärger bei den Clubbossen, heute tut es doppelt weh, weil der Club finanziell in Schwierigkeiten steckt und für seine großen Neubau-Pläne auch auf ein halbwegs vernünftiges Image innerhalb der Stadt angewiesen ist.

Im Zuge des Derby-Sieges am Samstag gegen den VfL Osnabrück (4:1) stieg stumpfer grau-schwarzer Qualm auf in der Ostkurve – im Gästeblock brannte es fast permanent. Mit 2500 Euro wird sich der Verband in Frankfurt diesmal nicht begnügen. Ein Vielfaches ist zu erwarten. Strässer wollte die jüngsten Verfehlungen so nicht hinnehmen, mit Verweis auf die Kosten schimpfte er in einem Facebook-Post (wie berichtet) über den erneuten Vorfall. Eine Annäherung? Aktuell schwierig. Dabei bräuchte die eine Seite (Clubbosse) auch die Stimmen der Ultras für die erhoffte Ausgliederung und einen möglichen Umzug nach Bösensell. Und die andere Seite (Fans) die Kulanz des Vereins für die erhofften zusätzlichen Freiheiten im Stadion.



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