Fr., 06.10.2017

Fußball: 3. Liga Preußen Münsters Neuzugänge – ein Volltreffer und ein Sorgenkind

Ein Mann mit Perspektive: Nico Rinderknecht (l.) gehört seit dem achten Spieltag in Paderborn zur Startelf und hat sich ordentlich eingefügt.

Ein Mann mit Perspektive: Nico Rinderknecht (l.) gehört seit dem achten Spieltag in Paderborn zur Startelf und hat sich ordentlich eingefügt. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

100 Tage stehen Preußen Münsters Neuzugänge am Sonntag unter Vertrag. Wer hat eingeschlagen? Wer hat Luft nach oben? Wer kommt (noch) nicht klar? Zeit, eine kleine Bilanz zu ziehen.

Von Thomas Rellmann

So richtig viel tat sich in diesem Sommer ja auf dem Transfermarkt für Preußen Münster nicht. Zumindest weniger, als sich die Fans und insgeheim auch Trainer Benno Möhlmann erhofft hatten. Am Sonntag stehen die immerhin sechs Neuzugänge des Drittligisten 100 Tage offiziell unter Vertrag. Der passende Moment, um in der Ligapause eine erste Bilanz zu ziehen. Nils Körber: Den Keeper von Hertha BSC auszuleihen, erschien logisch – aber ihn auch gleich zur Nummer eins zu machen? Möhlmann tat es mit Blick auf das offensive Torwartspiel. Bislang ist der 20-Jährige ein Volltreffer. Weniger wegen seiner Ausflüge, vielmehr aufgrund seiner zahlreichen Paraden. In Würzburg hielt er gigantisch den 1:0-Sieg fest, in Rostock das 1:1. Kleinere Wackler erlaubte sich der inzwischen ins U-21-Nationalteam berufene Berliner in Paderborn und Jena. Aber nichts Gravierendes – sein Notenschnitt von 2,7 ist teamintern unübertroffen. Fabian Menig: Elf Mal Startelf – so falsch kann Sportchef Malte Metzelder mit dem Kauf des Ex-Aaleners nicht gelegen haben. Dass Münster erst zwölf Tore kassiert hat, ist auch der Verdienst des Allrounders, der die Position hinten links Jeron Al-Hazaimeh abgejagt hat. Der Vorgänger interpretierte sie mit mehr Vorwärtsgang. Diesen Kritikpunkt muss sich Menig (Notenschnitt 3,5) gefallen lassen: Zum Angriff trägt er noch zu wenig bei. Dass der linke Fuß nicht sein stärkerer ist, kommt erschwerend hinzu. Nico Rinderknecht: Eine Entzündung im Fersenbereich behinderte den vom FC Ingolstadt ausgeliehenen Mittelfeldspieler kurz nach seiner Ankunft in Münster und ließ ihn Teile der Vorbereitung wie den Saisonstart verpassen. Nun ist der 19-Jährige aber fit und zeigt sich als echte Alternative auf dem bisherigen Problemsektor der Preußen. Nicht alles gelingt dem vielseitigen Talent, aber er bringt Robustheit, Ballgefühl und Übersicht mit. Fünf Partien, ein Tor, Notenschnitt 3,2 – der gebürtige Hesse kann durchaus noch wertvoll werden. Lucas Cueto: Das große Sorgenkind. Noch nicht eine Sekunde gespielt – abgesehen von einer Testpartie – hat der Flügelmann, der mit so großen Hoffnungen aus der Schweiz gekommen war. Irgendwo zwischen Schienbein, Kniegelenk und Wade will eine Entzündung einfach nicht abklingen. Zuletzt absolvierte der 22-Jährige eine Art Reha in Leverkusen. Rückkehr ungewiss. Schon in St. Gallen plagten Cueto immer wieder Verletzungen. Moritz Heinrich: Letzte Verpflichtung und als Ex-Löwe durchaus mit Vorschusslorbeeren gekommen. Licht und Schatten wechselten sich ab. In der Liga mehrfach auffällig, engagiert, aber nie konstant (Notenschnitt 3,3). Gute Anlagen sind nicht von der Hand zu weisen. Doch im Spiel wie im Training erwartet Möhlmann noch mehr von dem Außenspieler, der bisher stets links zum Einsatz kam und ein Tor aufweist. Stammkraft ist er mit der Ausbeute noch nicht (sechs Mal Startelf).►►Nicht zu bewerten ist der dritte Torwart Luis Klante, der ohnehin für die U 19 vorgesehen war und dort bisher sehr saubere Auftritte hingelegt hat. 



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