Mi., 25.10.2017

Fußball: 3. Liga Nachwuchsspieler beim SC Preußen Münster auf dem Laufsteg

Im Drittliga-Kader des SC Preußen dürfen sich regelmäßig Talente wie (o.v.l.) Justin Steinkötter, Julian Niehues und Luca Steinfeldt oder (u.v.l) Cyrill Akono, Leonel Brodersen und Julian Conze zeigen.

Im Drittliga-Kader des SC Preußen dürfen sich regelmäßig Talente wie (o.v.l.) Justin Steinkötter, Julian Niehues und Luca Steinfeldt oder (u.v.l) Cyrill Akono, Leonel Brodersen und Julian Conze zeigen. Foto: stetzkal

Münster - 

Die Nachwuchsteams des SC Preußen Münster spielen in den jeweils höchsten Spielklassen ihrer Jahrgänge – A- und B-Jugend sind in der Bundesliga aktiv. Dieses Potenzial wollen die Preußen verstärkt nutzen. Einige Talente haben den Sprung in den Kader der ersten Mannschaft bereits geschafft, weitere sind regelmäßig bei Trainingseinheiten der Drittliga-Mannschaft zu Gast.

Von Thomas Rellmann

Die Mitgliedschaft in den bundesweit höchsten Jugend-Spielklassen ist für den SC Preußen nichts ganz Neues. U 19, U 17 (beide in der Bundesliga) und U 15 (Regionalliga) sind seit dem Aufstieg der B-Jugend in diesem Sommer wieder allesamt im NRW-Oberhaus vertreten. Nicht zum ersten Mal und auch nicht völlig überraschend – immerhin umfassen die Staffeln jeweils 14 Vereine aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland, was die Zugehörigkeit im Vergleich zu anderen Landstrichen etwas erleichtert.

Doch anders, als noch vor fünf, sechs Jahren sehen die Talente mittlerweile eine berechtigte Perspektive, auch eine Chance im Profi-Bereich zu erhalten. „Wir machen aus der Not eine Tugend“, sagt Vorstandsmitglied und Junioren-Experte Bernhard Niewöhner mit Blick auf die finanziellen Zwänge. Die Einbindung von Eigengewächsen in die erste Mannschaft ist günstig und gewollt zugleich. Neben Keeper Max Schulze Niehues und Simon Scherder, die in ihren Jahrgängen noch die Ausnahmen waren, stehen aktuell mit Lion Schweers, Lennart Stoll und Tobias Warschewski schon drei Akteure im Kader von Chefcoach Benno Möhlmann, die aus der A-Jugend hochgerückt sind. Tendenz steigend.

Aus dem ältesten Nachwuchs durften etwa Adrian Knüver und Cyrill Akono in der Vorbereitung länger reinschnuppern. Luis Klante, der im Sommer von 1899 Hoffenheim kam, ist als dritter Torwart ohnehin auch Bestandteil des Drittliga-Teams. Zuletzt spielte sich Stürmer Justin Steinkötter in den Vordergrund, in Unterhaching feierte er sogar als Joker sein Debüt. Niewöhner sagt: „Bei ihm haben wir auf eine Entwicklung reagiert, die vor einem Jahr noch gar nicht absehbar war. Da sind wir nicht festgelegt.“

All diese Jungspunde nehmen, genau wie andere Kollegen (etwa Marius Lackmann und Julian Conze) regelmäßig an den Nachmittagseinheiten unter Möhlmann teil. Ähnlich sieht das Verfahren mit U-23-Spielern aus. Torjäger Luca Steinfeldt durfte sich im Sommer zeigen. Auch die Verteidiger Jannik Borgmann oder Leonel Brodersen brachten sich ein. Zuletzt hinterließ Fabian Kerelaj einen guten Eindruck. „Er hat sehr frisch gewirkt“, sagte Möhlmann. „Die Jungs bringen Schwung rein. Auch wenn sie noch nicht so weit sein können, dass sie für uns die Kastanien aus dem Feuer holen.“ Niewöhner erklärt aber auch: „Wir haben nicht jede Kaderstelle besetzt und laden auch positionsbezogen ein.“ Nebeneffekt: Die Trainingsgäste werden sicher nicht schlechter. Bester Beleg: Die U 19 ist als Fünfer aktuell das Überraschungsteam der Bundesliga, die SCP-Reserve befindet sich als Westfalenliga-Zweiter in einer komfortablen Verfolgerposition. Vielleicht ist in diesem Jahr sogar mal der Aufstieg drin.

„Es ist unser klares Bestreben, den jungen Leuten Chancen zu vermitteln. Und wir sind überzeugt, dass einige den Sprung schaffen können“, so Niewöhner. „Die Motivation ist sowieso größer, wenn man nach oben rückt, als wenn man unten aushilft.“ In der Vergangenheit war der Weg tatsächlich eher der umgekehrte: Drittliga-Kicker sammelten in der U 23 Praxis. Das kommt heute kaum mehr vor.

Zufall ist die Herangehensweise des Clubs nicht. Mit Cihan Tasdelen oder Martin Kastner kamen erfahrene wie ehrgeizige Coaches zurück, in der zweiten Reihe gibt Jugend-Cheftrainer Arne Barez den Takt vor und gibt als übergeordnete Instanz die Schwerpunkte vor.

Bliebe die Frage, ob das schon vor Jahren ins Auge gefasste, aber mangels Geld nie umgesetzte Nachwuchs-Leistungszentrum mittelfristig ein Ziel ist, um zum Beispiel die talentiertesten Youngster (wie den begehrten etwa U-17-Kapitän Julian Niehues) mit langfristigen Verträgen ausstatten zu können. „Es hindert uns ja niemand daran, schon so zu arbeiten“, merkt Niewöhner an. Allerdings weiß auch er, dass für das entsprechende DFB-Zertifikat ein Fußballlehrer als Leiter her muss, genau wie weitere Trainingsflächen. Alles wäre mit weiteren Kosten verbunden. Insofern verweist das Präsidiumsmitglied auf die geplante Ausgliederung. Gelingt die, stehen dem SCP neue Mittel zur Verfügung. Ein Teil davon könnte auch in die Jugend fließen.



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