Fr., 02.02.2018

Fußball: 3. Liga Preußen Münster reist entspannt und geerdet zu Werder Bremens Reserve

Freud und Leid: Trainer Marco Antwerpen und Moritz Heinrich liegen sich nach dem Schlusspfiff freudig erregt in den Armen, den Spielern von RW Erfurt ist überhaupt nicht zum Lachen. Eine ähnliche emotionale Aufgabenteilung schwebt den Preußen auch für das Bremen-Spiel vor.

Freud und Leid: Trainer Marco Antwerpen und Moritz Heinrich liegen sich nach dem Schlusspfiff freudig erregt in den Armen, den Spielern von RW Erfurt ist überhaupt nicht zum Lachen. Eine ähnliche emotionale Aufgabenteilung schwebt den Preußen auch für das Bremen-Spiel vor. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Die Preußen im Aufwind: In der Ära von Neutrainer Marco Antwerpen gibt es in dieser Reihenfolge eine unglückliche Niederlage, einen knappen Sieg sowie ein veritables Schützenfest zu verzeichnen. Ob die positive Entwicklung auch bei Werder Bremen anhält, erweist sich am Samstag ab 14 Uhr.

Von Ansgar Griebel

Es geht Schlag auf Schlag beim SC Preußen Münster: Drei Tage nach der Fünftore-Gala gegen RW Erfurt machte sich die Mannschaft am Freitagnachmittag auf den Weg gen Norden, wo am Samstag (14 Uhr) mit den Amateuren des SV Werder Bremen erneut eine Mannschaft aus der Kategorie „schlagbar“ wartet. Ein Selbstläufer ist der Ausflug an die Weser dennoch nicht. wie Preußen-Trainer Marco Antwerpen betont. Nach drei ordentlichen bis sehr guten Vorstellungen und zwei daraus resultierenden Siegen, gibt sich der 46-Jährige entspannt und locker, aber absolut geerdet. „Erreicht haben wir noch nichts. Das entscheidet sich nach dem letzten Spieltag“, lautet die Maxime. Dennoch beginnt die Zielvorgabe für den Auftritt beim Drittletten der Tabelle bei einem und endet bei drei Punkten. „Hauptsache ist, dass wir keinen Konkurrenten im Abstiegskampf wieder aufbauen“, so Antwerpen.

Die Voraussetzungen stehen gut. Bis auf den verletzten Keeper Nils Körber bleibt der Erfolgskader vom Dienstag unverändert. Der Knöchel von Tobias Rühle ist auf Normalmaß geschrumpft, das Auge von Lion Schweers abgeschwollen, die einzig noch sichtbare körperliche Veränderung seit Dienstag ist das deutlich breitere Kreuz der kompletten Preußen-Besetzung. „Natürlich tut so ein Sieg gut und stärkt das Selbstvertrauen“, sagt der Trainer im Allgemeinen und meint im Besonderen Kapitän Adriano Grimaldi. „Wenn du zwei Tore schießt, dann kommt das Vertrauen wieder. Wir hatten ihn extra ein wenig rausgenommen, weil er sich zu viel Druck gemacht hatte. Jetzt kann er sein Spiel spielen und muss nicht für die ganze Mannschaft verantwortlich sein.“

Der Gegner im Check: Werder Bremen II

Ausgangslage: Zu Beginn des Jahres waren beide Teams noch im Parallelflug unterwegs: Münster mit 18 Zählern just oberhalb der Abstiegsränge, Bremen mit einem Punkt weniger direkt unter dem Strich. Mittlerweile haben die Preußen sieben Punkte zwischen sich und die Abstiegsränge gelegt. Weil Marco Antwerpen zwei der drei Spiele in 2018 gewonnen hat, während sich die Werder-Reserve drei Mal mit 0:1 geschlagen geben musste. Überhaupt geht der Trend an der Weser den Bach runter. Den letzten Dreier erwirtschaftete Werder am 5. August – mit dem glücklichen 1:0-Sieg ausgerechnet in Münster.

Personal: Werder hat sein Team jetzt schon in der zweiten Saison um Routinier Rafael Kazior herum aufgebaut. Der 34-Jährige führt die junge Truppe und deren Torschützenliste mit vier Treffern an. In dieser Woche stieß mit dem 30-jährigen Marc-André Kruska vom SC Paderborn ein weiterer erfahrener Spieler zum Team. Vierfach traf auch Ole Käuper, der jetzt zum Profikader gehört und verletzt ist. Insgesamt brachte es der SVW gerade mal auf 18 Treffer – nur Schlusslicht Erfurt trifft seltener.

Trainer: Oliver Zapel aus Georgsmarienhütte löste am 13. November in Bremen Florian Kohfeldt ab, der bekanntlich Werders Erste in der Bundesliga übernahm. Der 50-jährige Zapel debütierte in Liga drei 2016 als Trainer der SG Sonnenhof Großaspach.

Kuriosum: Bei der 0:1-Niederlage nach einem starken Auftritt in Karlsruhe war viel Platz auf der Bremer Ersatzbank: Lediglich Keeper Tobias Duffner und der später eingewechselte Leon Jensen standen parat.

Für die Werder-Prüfung bedeutet das: Grimaldi ist vielleicht drin. „Ich denke noch darüber nach“, bleibt Antwerpen flexibel – ebenso wie in der Systemfrage. Dreierkette oder Viererkette? Verraten wird noch nichts. Gegen voraussichtlich sehr defensive Gastgeber braucht es viel Druck und Geduld, aber auch Masse und Kopfball-Präsenz. Unter dem Strich dürfte es dann aber wohl doch die Dienstagsvariante mit zwei Innenverteidigern werden. Lion Schweers und Simon Scherder erfüllten ihren Job gegen Erfurt zur hundertprozentigen Zufriedenheit ihres Trainers. Mit Routinier Rafael Kazior und Ousman Manneh steht dem Duo in Bremen allerdings eine nicht minder große Herausforderung bevor.

Im Tor hat Max Schulze Niehues gegen Erfurt einen souveränen Einstand in Durchgang zwei gefeiert. Zudem hat der 28-Jährige in seiner Preußen-Vita zu viele Feuerwehreinsätze erfolgreich bestanden, als dass sein Einsatz Sorgen bereiten müsste. Als neuen zweiten Mann hat Antwerpen Luis Klante mit nach Bremen genommen.

Preußen: Schulze Niehues – Menig, Schweers, Scherder, Al Hazaimeh – Braun, Wiebe – Hoffmann, Kobylanski, Rühle – Grimaldi



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